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Sexuelle Träume und ihre Deutung

Themen: Sinn und Bedeutung der sexuellen Träume - sexuelle Probleme - Beziehungsprobleme - Selbstwertgefühl und Sexualität - sexuelle Gewalt und Missbrauch - vergiftete Träume
Jeder Mensch träumt in jedem Jahr Tausende von Träumen.

Viele Träume haben sexuelle Bilder.
Was bedeuten diese Träume? Was ist ihr Sinn?
 
Haben Frauen andere sexuelle Träume als Männer?

Ein typisches Traumbeispiel:

Eine junge Frau träumt, sie sitzt mit ein paar Freunden in einer Kneipe. Ihr Freund ist auch dabei. Unauffällig spielt sie unter dem Tisch mit seinem Penis. Sie ruft laut und entzückt, wie dick und schwer dieser Penis ist und wird immer mehr erregt. Dann schlägt ihr der Freund vor, dass sie die Kneipe verlassen, damit sie miteinander schlafen können. Als sie die Kneipe verlassen, ist die Frau fürchterlich verlegen und die sexuelle Erregung ist verschwunden.

Dieser Traum kann Verschiedenes bedeuten. Sein Bedeutung ist nur voll zu verstehen, wenn wir die Persönlichkeit, die reale Lebenssituation und die vergangenen Erlebnisse der jungen Träumerin kennen. Diese junge Träumerin war im wirklichen Leben schon längere Zeit mit ihrem Freund zusammen. Der Traum könnte der jungen Frau die Botschaft vermitteln, dass sie noch etwas zu befangen in sexuellen Dingen ist und daran arbeiten muss, zu ihren sexuellen Bedürfnissen zu stehen und freier von Hemmungen zu werden.

Ein weiteres Traumbeispiel:

Eine Frau schrieb  in einem Forum: "Im Traum habe ich die ganze Nacht Sex mit meinem Chef gehabt, und mein Mann hat von weitem zugeschaut.

Mir ist der Traum nicht unangenehm, da ich einen sympathischen Chef habe, und sehr gut mit ihm auskomme. Mit meinem Mann habe ich ein relativ gutes Sexualleben, obwohl wir öfter mal zoffen. An Sex fehlt es mir eigentlich nicht. Was aber soll der Traum bedeuten?"

Träume, mit Kolleginnen oder Kollegen Sex zu haben, sind häufig. Diese Träume können je nach Lebenssituation, Biografie und Persönlichkeit des Träumenden Unterschiedliches bedeuten. Dieser Traum könnte eine Botschaft aus dem Unbewussten sein, dass der Chef im wirklichen Leben eine erotische Anziehung hat, die sich die Träumerin bewusst nicht eingestehen kann. Denn es könnte sie in einen gefährlichen Konflikt mit ihrem Lebenspartner bringen. - Träume sind jedoch in vielen Fällen gar nicht wörtlich zu nehmen. Der Chef im Traum könnte auch einen Liebhaber aus der Vergangenheit symbolisieren mit ähnlichen Persönlichkeitszügen, die ihr Chef im realen Leben hat. Drückt der Traum vielleicht eine verdrängte Sehnsucht nach einer längst verflossenen Liebe aus? - Vielleicht hat dieser Traum trotz der sexuellen Bilder aber gar keine sexuelle Motivation. Es könnte auch um die Faszination der Träumerin an der Macht und den Einfluss gehen, die ihr Chef im wirklichen Berufsleben hat. Durch diese Faszination an der Macht lässt sie im Traum intime Nähe zu dem Chef zu.  

 

Ein weiteres Traumbeispiel:

Ein Mann träumte, dass seine Frau seinen Penis verachtete.

In meiner therapeutisch-beraterischen Praxis hatte ich tatsächlich einen Klienten, dessen Partnerin ihn wegen seines zu kleinen Penis verspottet hatte. Dieser Klient, ein erfolgreicher Sportler, der immer stolz auf seinen Körper war, war tief verletzt. Träume spiegeln häufig seelische Verletzungen aus dem Alltagsleben wider und dienen dann der emotionalen Regulation und Wieder-Gewinnung des seelischen Gleichgewichts. - Wenn ein Mann träumt, dass er wegen seines Penis von der Partnerin verachtet wird, muss es aber gar nicht um das Geschlechtsteil gehen. Es könnte aber ein Warntraum sein! Der Träumer muss sich fragen lassen, welche Beziehung er real zu seiner Partnerin hat. Gibt es in dieser Beziehung viel zu häufig Streit und Abwertung? Zeigt der Träumer im realen Leben oft Verhaltensweisen, die verachtenswert sind? Sieht er sich vielleicht öfter Pornofilme an, wofür er von sich selbst und seiner Partnerin verachtet wird? - Möglicherweise führen alle diese Fragen bei der Traumdeutung nicht weiter. Als Therapeut würde ich dann die Frage nach dem Selbstwertgefühl und nach dem Körperbild des Träumers fragen. Genauso, wie sich viele Frauen mit geringem Selbstwertgefühl zu dick fühlen, kann sich ein Mann mit zu geringem Selbstwertgefühl als körperlich unzulänglich fühlen. Auch wenn hierzu objektiv kein Anlass besteht. Dieses Gefühl der Unzulänglichkeit und Minderwertigkeit könnte Traum mit einem Bild vom verachtenswerten Penis widerspiegeln.

Die Rolle des Selbstwertgefühls in sexuellen Träumen

Viele Menschen haben mit ihrem Selbstwertgefühl Probleme. Kein Wunder, dass das Selbstwertgefühl auch in sexuellen Träumen eine große Bedeutung hat.

Eine Klientin träumt, dass sie von einem berühmten Rocksstar in ihrem Schlafzimmer aufgesucht wird. Der Star ist wild nach Sex. Er ist es gewohnt, dass er immer alles bekommen kann, was er haben will. Der Rockstar fordert beim Sex von ihr Positionen, die ihr unangenehm sind. Er ist auch viel zu schnell und er soll es langsamer machen. Da wird der Star unzufrieden, wütend und hört auf. Die Träumerin hat Angst, dass er geht. Deshalb lässt sie zu, dass der Sex so weitergeht, wie der Mann es will. Er macht ganz merkwürdige Sachen, die die Träumerin verwirren.                                                                                                                                              Dieser Traum wird in der Psychotherapie besprochen. Er spiegelt der Träumerin ein altes destruktives Verhaltensmuster wider, weshalb sie in der Therapie ist. Ihr Problem: In Beziehungen, die ihr wichtig sind, fühlt sie sich häufig schwach und wenig liebenswert. Sie hat auch außerhalb der Sexualität Schwierigkeiten, eigene Bedürfnisse durchzusetzen. Aus Angst vor Liebesverlust unterwirft sie sich dem Partner in vielen Situationen des realen Lebens viel zu sehr, natürlich auch bei Sex. Die Bedeutung des Traumes liegt darin, dass er ihr zeigt, dass sie weiter an ihrer Persönlichkeit arbeiten muss. Sie muss lernen, Grenzen zu setzen, wenn ihre Bedürfnisse verletzt werden, sowohl innerhalb wie außerhalb des sexuellen Lebens. Sie muss sich langfristige Beziehungen suchen, in denen sie um ihrer selbst wertgeschätzt wird und wo ihr Selbstwertgefühl gestärkt werden kann.

Angst vor echter Intimität 

Therapeuten hören oft die Klage von Frauen, dass der Liebespartner keine echte Intimität zulassen kann. Selbst beim Sex haben diese Frauen das Gefühl, von ihrem Partner wie durch einen unsichtbaren Vorhang getrennt zu sein. Der folgende Traum eines Mannes  beleuchtet eine Ursache dieses Problems.

Traumbeispiel: Ein Träumer hat immer wieder das Traumbild, dass die Brustwarze einer Frau über sein Gesicht streift.  Der Träumer hat angenehme sexuelle Gefühle. Durch die Frauenbrust fühlt er sich auch genährt und versorgt. Zugleich fühlt er sich erstickt und unterdrückt.  

Dieser Mann entdeckt durch die Auseinandersetzung mit diesen Traumbildern, dass seine Frau, von der er getrennt lebt, einerseits sexy aber auch überfürsorglich ist. Er entdeckt, dass er sich seine Frau nach dem Typ seiner Mutter ausgesucht hatte. Die Mutter hatte ihn immer mehr verwöhnt und verhätschelt, als es seinen Bedürfnissen entsprach. Deshalb kann er auch in der Sexualität nicht völlig loslassen. Unbewusst schwingt immer das Gefühl mit, von der Sexualpartnerin wie früher von seiner Mutter erstickt zu werden.  - Dieser Mann muss sich fragen, ob es nicht besser wäre, in der Zukunft nach einer Frau zu suchen, die weniger die Züge seine Mutter trägt. Dieser Träumer  muss - evtl. durch eine Psychotherapie - an der Stärkung seiner Autonomie und Identität arbeiten. Damit er die Angst verliert, in intimen Beziehungen sein Selbst an die Partnerin zu verlieren und in seinem Selbst ausgelöscht zu werden.

Aggression, Missbrauch und sexuelle Gewalt in Traumbildern

Traumbeispiel: Eine Frau hatte den Alptraum, sie sei mit einem wütenden tobenden Gorilla im Bett. Sie fürchtete sich vor diesem Tier und wollte es aus dem Bett vertreiben.   

Diese Frau führte auch im realen Leben eine konflikthafte Beziehung zu ihrem Mann und litt vor allem unter seiner Unberechenbarkeit und sein Jähzorn. Es ist kein Wunder, wenn solche aggressiven Erfahrungen aus dem Alltag eine freie, entspannte Sexualität behindern. Wenn sich solche Träume mit aggressiven Tieren und anderen bedrohlichen Gestalten, z. B. große Spinnen oder sogar Vampire, wiederholen, ist zu erwarten, dass die oder der Träumende ein seelisches Problem hat.

Die Sexualpsychologin Gayle Delaney (Literatur siehe unten) hat die Hintergründe solcher bedrohlichen Träume intensiv beleuchtet. Frauen mit Missbrauchserfahrungen können zum Beispiel von kleinen wehrlosen Kätzchen, Rehen, Eichhörnchen oder Hunden träumen, die misshandelt werden. Die Träumerinnen können über diese misshandelten Traum-Tiere tieftraurig sein! Diese Tiere symbolisieren die Träumerin selbst! (Gayle Delany, S. 201 f.) In der Psychotherapie sagen die Träumerinnen, dass sie sich lange Zeit selbst wie die missbrauchten und  verhungerten Traum-Tiere gefühlt haben. Aber wer hat diese Tiere vernachlässigt oder gar missbraucht?

 - Wenn im Hintergrund einer Psychotherapie tatsächlich sexuelle Gewalt das Problem ist, dauert es lange und bedarf es vieler Träume, bis die Träumerin die Kraft und den Mut hat, den Missbrauchstäter zu identifizieren. Es kann sein, dass die Missbrauchserfahrungen in der frühen Kindheit stattfanden und aus Schmerz und Scham vom Kind verdrängt und vom Selbst abgespalten wurden. Auch für erfahrene Psychotherapeuten ist es schwer herauszufinden, ob es bei solchen Träumen von wehrlosen, gequälten Tieren nur um angstmachende Fantasien oder um tatsächlich in der Realität erlebte Gewalterfahrungen und  Missbrauch geht. Ohne Kenntnis der Persönlichkeit des Träumenden, biografischer Daten, der aktuellen Lebenssituation und vieler anderer Träume kann die wirkliche Bedeutung solcher Alpträume nicht verstanden werden! Wiederkehrende beunruhigende Träume sollten mit erfahrenen Therapeuten besprochen werden! - Auch Männer können Alpträume von z. B. von verschlingenden Spinnen haben. Aber weil Männer viel eher ihre Träume vernachlässigen, ist es schwer mit ihnen über die Bedeutung solcher Träume zu sprechen.

Frauenträume und Männerträume: Was sind die Unterschiede?

Nach den Erfahrungen der Sexualpsychologin G. Delaney erleben Frauen in den Träumen viel eher als Männer die Sehnsucht nach Romantik, Sensibilität, Zärtlichkeit und einem längeren sinnlichen Vorspiel vor dem sexuellen Akt. Frauen brauchen Vertrauen. Frauen lieben im Traum den Sex in schöner Umgebung. Viele Frauen können es auch im Traum als sehr lustvoll erleben, von der Kraft des Mannes genommen zu werden. Frauen sind im Traum aber auch sensibel für Störungen. Typische sind Träume, in denen das sexuelle Spiel durch das Eintreten der Mutter unterbrochen wird. Frauen träumen öfter, beim Sex zu etwas gezwungen zu werden, dumpf und passiv zu sein oder zu etwas verpflichtet zu sein.

Männer sind in der Realität wie im Traum eher genital orientiert. Sie sehnen sich nach willigen und ungehemmten Partnerinnen, die leicht erregt, zu allem bereit und schnell zugänglich sind. Ein längeres Vorspiel ist für Männer der Preis, den man zahlen muss, um den Zugang zur Vagina zu erreichen.

Diese Unterschiede zwischen Männern und Frauen müssen aber nicht unbedingt naturgegeben sein und könnten sich unter gesellschaftlichen Einflüssen auch verwischen. Der entscheidende gesellschaftliche Einfluss ist in der heutigen Zeit wohl die Sexualisierung unseres Lebens durch die Medien und besonders das bedrängende Angebot von pornographischen Bildern und Filmen.

Vergiftete Träume

Die extremen Bilder der Pornofilme infilitrieren bei häufigem Konsum das unbewusste Selbst und vergiften die Psyche. Wir müssen befürchten, dass besonders der häufige Pornokonsum dazu führt, dass die Konsumenten gar nicht mehr ihre eigenen Träume träumen können. Sie träumen fremde Bilder, die nicht wirklich aus der Tiefe ihrer Person kommen. Sie träumen die selbstentfremdenden Bilder der Pornomacher. Ihre Träume werden vergiftet. Die vergifteten Träume haben keine gesunderhaltende emotionale Regulationsfunktion. Diese entfremdeten Träume sind nicht mehr die "Gedanken des Herzens" (nach Ann Faraday).  Menschen mit vergiften Träumen können die Traumsprache nicht mehr nutzen, um auf wichtige Lebensprobleme aufmerksam zu werden. Die vergifteten Träume haben keine Bilder, Zeichen und Symbole dafür, wie man wichtige Probleme des Lebens lösen könnte. Die durch Pornographie verstellten Träume bereichern nicht mehr unsere Psyche und schneiden Menschen von den tieferen und subtileren Sehnsüchten nach zärtlicher ganzheitlicher Liebe ab. Das ist die Sehnsucht nach einer Liebe, in der der ganze Mensch mit allen seinen seelischen Eigenschaften geliebt wird. Pornograhie zerstört diese Sehnsucht und macht so die menschlichen Liebesbeziehungen kaputt. Es ist kein Wunder, wenn pornosüchtige Männer ihre Frauen nicht mehr richtig lieben können und die Sehnsüchte ihrer Partnerinnen nicht mehr empfinden können. Es ist kein Wunder, wenn diese durch Pornographie vergifteten Männerseelen Vorstellungen von einer rohen, gewaltsamen Sexualität haben, zu der eine gesunde Partnerin, die sich nach ganzheitlicher Sexualität und Liebe sehnt, nicht bereit ist. - Ich vermute, dass eher die Männer Opfer der Pornomacher werden, aber vermutlich gibt es auch viele Frauen, deren sexuelle Traumbilder und Sexualleben zum Opfer der Pornomedien geworden sind.

Ich habe hier ein brisantes Gebiet betreten und hoffe, dass es zukünftig noch viel mehr sexualmedizinische  und psychologische Forschungen zu den angeschnittenen Probemen gibt.

Wollen Sie die Traumforschung unterstützen? Ich würde mich sehr freuen! Dann teilen Sie mir per Email ein oder mehrere Ihrer wichtige Träume aus der Gegenwart mit!

Bitte machen Sie auch diese Angaben:

1. Ihr Vorname, Alter und Geschlecht

2. Familienstand oder: stehen Sie in einer Beziehung?

3. Welches sind Ihre wichtigsten Bezugspersonen?

4. Erleben Sie zur Zeit besondere Probleme oder Konflikte? Mit wem?

5. War der Traum angenehm oder unangenehm? Welche Gefühle verbinden Sie mit dem Traum?

6. Sehen Sie sich einzene Traumfiguren an! Haben Sie Assoziationen hierzu?

7. Bitte teilen Sie mir bitte mit, ob ich Ihren Traum nur unter Nennung Ihrers Vornamens in meinem nächsten geplanten Buch und im Internet anonym veröffentlichen darf!

Bitte schreiben Sie an diese Email-Adresse: beratung [at] gelingendesleben.de

Herzlichen Dank im voraus! Dipl.-Päd. Jürgen Bendszus, HP für Psychotherapie

 

Lernen Sie noch mehr zur Deutung von Träumen!

Weiterführende Literatur:

Gayle Delany: Sinnlich träumen. Wie Sie Ihre erotischen Träume und die Ihres Partners verstehen und deuten können.

Ingrid Riedel: Träume. Wegweiser in neue Lebensphasen

Ann Faraday: Deine Träume - Schlüssel zur Selbsterkenntnis

© Jürgen Bendszus, Dipl.-Pädagoge, berechtigt zur Psychotherapie (HPG) - 2016