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Psychologische Lebensberatung

Jürgen Bendszus, Dipl.-Pädagoge, berechtigt zur Psychotherapie (HPG)

           Themen:

Stress, Burnout und Niedergeschlagenheit überwinden

Burnout und Depression

Hintergründe und Ursachen von Burnout

 

Das Gefühl, ausgebrannt und erschöpft zu sein von der Arbeit, ist in unserer Zeit vielfach verbreitet. Vielleicht machen auch Sie diese Erfahrungen?

... niedergeschlagen, bedrückt und resigniert sein

... ohne Schwung, ohne Energie und Motivation sein

... sich durch die Arbeit leer, müde und ausgetrocknet fühlen

... denken, dass andere mehr leisten können, sich selbst als Versager fühlen

... unter Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Rückenschmerzen, Muskelschmerzen und anderen psychosomatischen Beschwerden leiden 

 

Menschen, die früher ihre Arbeit gern gemacht haben, aber dann durch die Arbeit nach einer Zeit, vielleicht erst nach Jahren, immer mehr diese Belastungen erleben, sind burnout-gefährdet. Burnout ist ein Erschöpfungssyndrom mit körperlichen, emotionalen, psychosozialen und geistigen Symptomen, unter denen Menschen leiden.

Burnout stellt sich schleichend, unbemerkt ein. Nach einer Zeit übermäßiger Belastungen am Arbeitsplatz ist anfängliche Arbeitsfreude in Gleichgültigkeit, dauerhafte Motivationslosikeit, innere Kündigung und sozialen Rückzug umgeschlagen: "Die Batterie ist leer". Man denkt, Burnout sei eher das Leiden der unermüdlich im Stress stehenden Manager. Gefährdet sind grundsätzlich alle Berufsgruppen, auch Frauen, die in der Familie über lange Zeit kranke und pflegebedürftige Angehörige versorgen. Besonders gefährdet sind die Angehörgigen sozialer und medizinischer Berufe: Krankenschwestern, Ärzte, Seelsorger oder Lehrkräfte. Wer unter Burnout leidet, sollte aktiv Gegenmaßnahmen treffen! Denn Burnout führt langfristig zu körperlichen und seelischen Schäden, auch zu Alkohol- und Medikamentenmissbrauch.

Wo liegt der Unterschied zwischen Stress und Burnout?

Stress-Symptome

Burnout-Symptome

 

Über-Engagement in der Arbeit 

 

fehlendes Engagement in der Arbeit, innere Kündigung

Emotionale Überaktivität Emotional immer abgestumpfter werden
Gefühl von Überanstrengung, aber es gibt noch Reserven Gefühl: "Der Akku ist leer"
Tendenz zu Angststörung Tendenz zu Depression
Vorstellung, wenn man alles unter Kontrolle hat, wird es einem besser gehen Gefühl, Anforderungen und dem Zeitdruck ausgeliefert zu sein
Identifikation mit der Arbeit noch vorhanden

Gefühl von Hoffnungslosigkeit, Verlust von Motivation und Sinngefühl

 

Entspannung kann noch gelingen Unfähigkeit zur Entspannung auch im Urlaub
  Körperliche Krankheitssymptome können sein:

Schlafstörungen, Ohrensausen, Schwindel, Kopfschmerzen, Störung des Menstruationszyklus, Impotenz,

erhöhte Blutwerte für Entzündungs-Biomarker, Lipide und Cholesterin - das sind klassische Riskofaktoren für Herzerkerkrankungen, Schlaganfall und Diabetes.

Die Krankheitssymptome für Burnout sind die Folge eines häufig jahrelangen körperlichen und seelischen Anspannungszustandes und "Alarmzustandes" durch Überforderung im Beruf, zu viele private Verpflichtungen und den Mangel an genügend Erholungsphasen. In der Burnoutphase kann die Anspannung selbst in Urlaubszeiten nicht mehr herunter reguliert werden. Die Blut-Werte für die Stresshormone Kortisol, Adrenalin und Noradrenalin sind anhaltend hoch. Bei Burnout finden sich Funktionsstörungen der HPA-Achse (Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse). Allgemein anerkannt ist, dass Burnout die Erkrankung des endokrinen und kardiovaskulären Systems verursachen kann. (So der Bericht von Professor Hartmut Schächinger auf dem Mental Health Forum 2007) (2.)

Burnout und Depressionen

Erfahrungsgemäß haben mehr als 50 % aller Patienten mit hohen Burnout-Werten in Tests zugleich eine depressive Erkrankung. Es wird viele Menschen geben, die in Wirklichkeit ursächlich nicht an einem Burnout-Syndrom, sondern an einer Depression erkrankt sind. Nicht immer wird von den Patienten der depressive Anteil ihres Leides eingestanden, stattdessen werden "Stress" und "Burnout" vorgeschoben. Das mag daranliegen, dass es in der Öffentlichkeit leichter ist zu sagen, man leide unter Stress oder Burnout, während die Depression gesellschaftlich immer noch stark tabuisiert und stigmatisiert wird. Deshalb blieb der bekannte Torwart Robert Enke mit seiner Depression unverstanden bis zum Ende seines Lebens allein. Mit dem Wort "Burnout" kann man ausdrücken, dass man zu den Tüchtigen und Leistungsträgern der Gesellschaft gehört und nur vorübergehend durch seelische Probleme ausgebremst ist. Dagegen ist mit dem Begriff "Depression" eine in ihrem Ausgang unberechenbare Krankheit assoziiert. Da eine Depressionsdiagnose in der Regel in der Praxis eines Nervenarztes und Facharztes für Psychiatrie gestellt wird, kann in den Betroffenen das Gefühl entstehen, auf einer Ebene mit anderen Patienten mit schweren stigmatisierten seelischen Erkrankungen zu stehen.

Die meisten Mediziner bezweifeln gegenwärtig noch, dass Burnout überhaupt ein primäres eigenständiges Krankheits-Phänomen ist. In der medizinischen Praxis wird Burnout daher von Psychotherapeuten und Ärzten zumeist als "Erschöpfungsdepression", Anpassungsstörung oder "Major Depression" eingestuft.

Bei ausgeprägter Burnout-Symptomatik sollte daher durch einen Psychotherapeuten oder Arzt eine Differenzialdiagnose vorgenommen werden. Hier ist zu klären, ob das, was der Patient "Burnout" nennt, nicht in Wirklichkeit als eine depressive Störung zu diagnostizieren ist. Geklärt werden sollte auch, ob primär eine Schlafstörung oder Angsterkrankung im Hintergrund der scheinbaren Burnout-Problematik steht. - Aber auch, wenn man sich allein körperlich krank und beschwert fühlt und gar nicht an Burnout gedacht wird, kann im Hintergrund Burnout und Depression stehen. Die Depression wird von den Betroffenen oft nicht erkannt, weil sie sich im Gewand körperlicher Störungen verstecken kann.

Zusammenfassung: Was ist Burnout?

Burnout sollte , solange wissenschaftlich nicht geklärt ist, dass es ein eigenständiges Krankheitsphänomen ist, so beschrieben werden:

Burnout ist eine überwiegend depressive Störung, die durch fortwährenden seelisch belastenden Stress durch die Arbeit entsteht. Wenn die Mechanismen der Stressbewältigung nicht mehr funktionieren, entstehen die oben beschriebenen Burnout-Symptome. Burnout entsteht, wenn die Anforderungen in einer Arbeitssituation größer als die persönlichen Bewältigungsmöglichkeiten sind, also durch Überforderung.

Fallbeispiel zur Entstehung von Burnout:

Einige Wochen vor dem Ende eines anstrengenden Schuljahres. Eine Lehrerin in einer Grundschule wird durch die vielen sozialen Verpflichtungen überfordert: Weil eine Schulinspektion bevorsteht, häufen sich die Konferenzen. Zugleich muss ein Elternabend vorbereitet werden, auf dem kritische Eltern von der Lehrkraft die Darstellung ihrer Lehr-Methoden erwarten. Außerdem steht eine Klassenfahrt bevor, die die Lehrerin mit verschiedenen Eltern vorbereiten soll. Am Ende des Schuljahres steht ein Sommerfest, das die Lehrkräfte mit den Eltern gestalten  sollen. Hinzu kommt, dass diese Lehrkraft als Mutter durch ihr seit Wochen krankes eigenes Kind zu Hause besonders beansprucht wird. In diesen Wochen hat die Lehrerin kaum Zeit zum Entspannen, Schlafstörungen stellen sich ein. - Dann kommen die Sommerferien. In den ersten Ferientagen ist die Frau völlig apathisch, sie kann die Ferientage nicht genießen. (Das Beispiel ist idealtypisch konstruiert, dürfte sich aber in der Realtät tausendfach finden lassen)

Warum kommt die eine Lehrkraft ganz gut mit hohen Anforderungen im Beruf zurecht, eine andere aber nicht? Bei der hier beschriebenen Lehrkraft setzen wir ein hohes persönliches Engagement voraus. Zugleich braucht diese Lehrerin aufgrund ihres Persönlichkeitstypus viel Anerkennung, die ihr die kritischen Eltern aber versagen. Das setzt sie unter emotionale Anspannung. Schließlich kommt eine dritte Bedingung hinzu, durch die sie sich in der Schule emotional verschleißt: Sie hat Probleme mit der Regulierung von Nähe und Distanz. In ihren sozialen Kontakte und Beziehungen öffnet sie sich zu sehr mit ihrer ganzen Person,  "nimmt sich alles zu Herzen" und kann innerlich schwer von belastenden Situationen wie einem Elternabend emotionale Distanz gewinnen. So nimmt sie die Probleme mit nach Hause und kommt nur schwer zu innerer Entspannung. Auf Dauer zermürbt ein solcher Kontaktstil einen Menschen, dessen Beruf im Kern die Gestaltung von sozialen Beziehungen ausmacht. (1.)

 

Wenn ein Patient sagt, er habe ein "Burnout-Problem", kann sich hinter den Symptomen jedoch auch eine ganz andere Depression verbergen, die ursächlich nicht durch Überforderung in der Arbeitswelt begründet ist. Daher gebe ich die folgende Übersicht über Depressions-Typen. Zwischen Burnout und anderen Depressionen kann es Beziehungen und Wechselwirkungen geben!

Depressionen haben ganz unterschiedliche Ursachen:

In der Psychiatrie und Klinischen Psychologie gibt es die folgenden 3 Depressionsformen:

A) Psychogene Depressionen - Depressives Erleben aufgrund frühkindlicher Traumatisierung, unverarbeiteter Verlusterlebnisse, unverarbeiteter Konflikte mit Bezugspersonen, nicht ausgeheilter seelischer Verletzungen (z. B. nach Trennung vom Lebenspartner), Erschöpfungsdepression (verwandt mit Burnout!) - Beispiel: Menschen, die ungewollt und ungeliebt von den Eltern zur Welt kommen, können eine depressive Persönlichkeitsstruktur  entwickeln und leiden häufig an zu geringem Selbstwertgefühl. Sie sind auch als Erwachsene leicht kränkbar und verletzbar. Man kann gut nachvollziehen, dass diese von ihrer Persönlichkeit depressiv gestimmten Menschen in unfreundlichen Arbeitsfeldern, wo es trotz hoher Arbeitsbelastungen zu wenig Anerkennung und menschliche Wärme gibt, besonders empfindlich und mit Stressgefühlen und langfristig mehr als andere mit Burnout reagieren können.

B) Endogene Depressionen - Hierzu zählen in der klinischen Fachsprache die uni- und bipolaren affektiven Psychosen, lavierten vegetativen Depressionen und schizoaffektiven Psychosen. - Aufgrund der Vulnerabilität der Menschen mit diesen Belastungen kann man vermuten, dass auch sie in belastenden Arbeitssituationen leichter mit Stress und Burnout-Syndromen reagieren. Umgekehrt können belastende Arbeitserfahrungen, die mit Konflikten und Spannungen im Betrieb verbunden sind, den Gesundheitszustand verschlechtern und diese Depressionen auslösen.

C) Organisch oder körperlich begründbare Depressionen - Hierzu zählen Depressionen aufgrund von Medikamenteneinnahme, aufgrund von metabolisch-endokrinen Störungen (z. B. Anämien, Diabetes mellitus), Infektionserkrankungen, Tumoren und weiteren Erkrankungen.

Wenn Menschen an einem Burnout-Syndrom klagen, ist deshalb immer in Erwägung zu ziehen, dass die Beschwerden ursächlich nicht mit der Arbeit zusammenhängen können, sondern durch eine andere Grunderkrankung ausgelöst wurden. Eine Untersuchung durch einen Arzt oder eine Ärztin ist daher sehr zu empfehlen!

Lesen Sie weiter:

Quellen/Literatur zur Vertiefung:

(1.) Mehr zum Thema: Zeitschrift "Psychologie heute", Heft 1, Jan. 2004: Burn-out bei Lehrern

(2.) Tagungsbericht vom Mental Health Forum 2007 von Beate Schulze (im Internet)

(3.) "Ausgebrannt. Das überforderte Ich". In: Der Spiegel Nr. 4/24.1.2011

© 2010 Jürgen Bendszus, Dipl.-Pädagoge, berechtigt zur Psychotherapie (HPG)

 

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