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eine erprobte Technik es ist wirklich vollbracht!

 
In den Träumen webt die Psyche an den Lösungen für unsere Lebensprobleme. Träume sind die "Gedanken des Herzens" (Ann Faraday), Träume sind Ausdruck einer Weisheit aus den Tiefenschichten unserer Persönlichkeit.

        Bedeutung und Sinn unserer Träume

Jeder Mensch träumt in jedem Jahr Hunderte von Träumen. Warum träumen wir? Sind die Träume das Produkt des zufälligen Flatterns von Nervenimpulsen? Dienen Schlaf und Traum allein der Reinigung unserer zerebralen Speicher von den Schlacken der Tagesreste? (Auffassung der älteren neurophysiologischen Traumforschung) Oder haben unsere Träume auch eine tiefere psychologische Bedeutung und einen Sinn?

Drei Traumbeispiele:

Ein Mann in der Lebensmitte hatte folgenden wiederkehrenden Traum: "Ich klettere auf dem Dach herum, da befällt mich die Angst herunterzufallen." -

Eine seit längerem in Scheidung lebende Frau war darüber beunruhigt, dass sie seit Jahren in ihren Träumen von Männern verfolgt wird. -


Ein anderer erfolgreicher und geselliger Geschäftsmann wanderte im Traum immer wieder durch graue, einsame Straßen, auf der Suche nach Freunden.

Ist es Zufall, dass diese Menschen immer wieder von denselben Dingen träumten? In der psychologischen Beratung und Traumdeutung zeigte es sich, dass die Träume dieser Klienten eng mit ihrer Persönlichkeit und ihrer Lebenssituation verbunden waren:

Der erste männliche Träumer (er hatte im Traum die Angst, vom Dach zu fallen) hatte aufgrund seiner übermäßigen Rationalität die "Erdung" in seinem Gefühlsbereich verloren und entwickelte in der Folge ein Gefühl von Lebensunsicherheit. Die Frau (sie wurde im Traum immer von Männern verfolgt) hatte noch nicht ihren Konflikt mit ihrem früheren Lebenspartner verarbeitet, sie hatte noch viele Aggressionen gegenüber dem Mann. Der dritte Träumer, der erfolgreiche Geschäftsmann (im Traum ging er durch einsame Straßen), war in Wahrheit ein einsamer Mensch.

Unsere Träume können uns unsere tiefsten Sehnsüchte zeigen. Sie weisen uns auch auf Probleme und ungelöste Konflikte hin, die wir bewußt noch zu wenig wahrnehmen. Verena Kast sagt: "Der Traum kann uns aufrütteln, uns dazu bringen, eine Lebenssituation einmal mit den Augen des Traumes zu sehen. Es gibt keine schlechten Träume, durchaus aber Träume, die uns aufstören, uns alarmieren, die wir nicht vergessen können, die uns etwas sagen wollen.  So können Träume wie Wegweiser sein, die uns zu verstehen geben, wo der Weg weiter geht" .

Weiteres Traumbeispiel aus dem Bereich der Sexualität:

Eine Frau schrieb  in einem Forum: "Im Traum habe ich die ganze Nacht Sex mit meinem Chef gehabt, und mein Mann hat von weitem zugeschaut.

Mir ist der Traum nicht unangenehm, da ich einen sympathischen Chef habe, und sehr gut mit ihm auskomme. Mit meinem Mann habe ich ein relativ gutes Sexualleben, obwohl wir öfter mal zoffen. An Sex fehlt es mir eigentlich nicht. Was aber soll der Traum bedeuten?"

Ein Mitglied im Forum, ein Mann, antwortete dieser Träumerin  so: "Was soll ein Traum bedeuten, ich habe schon so viel Mist geträumt, als ob die eine Bedeutung im wirklichen Leben hätten! Dann wär ich schon einige Male von irgend jemand umgebracht worden, und ich fühle mich nicht wirklich verfolgt!"

Sollen Träume nur deshalb keine Bedeutung, keinen Sinn haben, weil wir sie im ersten Moment nicht verstehen und sie uns irritieren? - Oder müssen wir die Sprache und Symbole der Träume verstehen lernen, um ihre Botschaft zu verstehen?

Ein anderes Mitglied im Forum, eine Frau, stellte dagegen erste Vermutungen zur Bedeutung dieses sexuellen Traumes an und schrieb:

"Dieser Traum muss keine tiefe, beunruhigende Bedeutung haben, es war vielleicht nur ein feuchter Traum. Oder es geht gar nicht um Sex, sondern um Macht und beruflichen Aufstieg.
Wenn es dich wirklich interessiert, was da in dir abgeht, dann kannst du ja zu einer Therapie gehen, wo dein Innerstes analysiert wird."

 

Selbst Menschen, die glauben, sie würden nicht träumen, können ihre Träume und ihre Traumkraft kennen lernen.                                     

Was müssen Sie tun?

1. Fordern Sie Ihre Träume vor dem Einschlafen entschlossen auf, zu Ihnen zu kommen!  

2. Treffen Sie Vorkehrung, dass Sie Ihre Träume in der Nacht oder am Morgen sofort aufzeichnen oder aufschreiben können! 

3.Schreiben Sie spätestens am Morgen nach dem Aufwachen alles auf, auch wenn es für Sie unverständlich und bruchstückhaft ist!

4.) Sammeln Sie Ihre Träume und führen Sie ein Traumtagebuch!

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Wie können Sie Ihre Träume verstehen? Sie können mit einem verständnisvollen Freund oder einer Freundin über Ihre Träume sprechen. Manche Volkshochschulen bieten Traumseminare an wie zum Beispiel unsere Osnabrücker Volkshochschule. Wenn sie häufig Angstträume und bedrückende, belastende Träume haben, ist dieses ein Hinweis, dass Sie eine psychologische Beratung oder Therapie in Anspruch nehmen sollten. Denn diese Träume können unbewältigte persönliche Konflikte bedeuten. Berater oder Therapeut können dann gemeinsam mit Ihnen die Botschaft der Träume entschlüsseln.

  

Grundprinzipien der Traumdeutung und Traumanalyse 

Wir als Berater und Therapeuten müssen zum Verständnis Ihrer Träume Aspekte Ihrer Biographie und Ihrer gegenwärtigen Lebenssituation kennen. Träume können nicht allein mit Hilfe eines Traumsymbollexikons verstanden werden. Einzelne Traumsymbole -z. B. Tiere, Häuser, Autos, Personen usw.- können nur verstanden werden, wenn wir sie in Beziehung zur individuellen Persönlichkeit und Lebens- und Konfliktlage des Träumers/der Träumerin setzen. Die Bedeutung vieler Träume erschließt sich nicht sofort, häufig brauchen wir mehrere Träume und Gespräche, um sie zu verstehen. Es müssen auch nicht alle Träume vollständig verstanden werden. Denn allein die Beschäftigung mit den Träumen fördert Ihre Sensibilität und Selbstheilungskräfte! Die Traumanalyse will Sie nicht manipulieren. Welche Traumdeutung richtig ist, entscheiden allein die Träumerin und der Träumer! Denn tief im Inneren kennen Sie schon die Bedeutung Ihrer Träume!

Drei bedeutende Traumtheorien und grundlegende Methoden der Deutung von Träumen 

1. Traumdeutung nach Sigmund Freud und nach der klassischen Psychoanalyse

Nach der klassischen Psychoanalyse zeigen sich in den Traumbildern unbewusste, verdrängte Triebe und Wünsche. Verdrängte sexuelle Wünsche und verdrängte Aggressionen sind diejenigen Kräfte, die die Traumarbeit anregen. Diese Triebe und Wünsche müssten durch Symbole und Traumbilder verschlüsselt werden, damit der Träumer nicht durch moralische Normen in Konflikte gerät. Traumbeispiel aus der Psychotherapie: Eine Frau berichtet dem Therapeuten:  "Im Traum verfolgt mich ein Besenstiel, der am oberen Ende wie ein rosaroter Japanballon aussieht, er attackiert mich. Ich dränge den Besenstiel zurück." Für den Psychoanalytiker ist der Besenstiel ein deutliches Phallussymbol. Tatsächlich hat diese Klientin im Alltag große Probleme, ihre sinnlichen Bedürfnisse zuzulassen. Auch im Traum wehrt sie sich gegen ein sexuelles Symbol.

2. Traumdeutung nach C. G. Jung

Nach C. G. Jung dient der Traum der Kompensation eines seelischen Ungleichgewichtes. Wer in seinem Leben zu einseitig ausgerichtet ist, lebt im Traum andere, unterdrückte Seiten seiner Persönlichkeit aus. Traumbeispiel aus der Psychotherapie: Ein Klient fühlt sich dem Arbeitsdruck in seiner Firma hilflos ausgeliefert. Er träumt: "Ich bin in einer geselligen Runde. Da wird beschlossen, dass mein Chef durch den Strang getötet wird. Ich verstehe das nicht und gehe. Ich kann es nicht sehen. Ich will meinen Chef retten." Dieser Traum zeigte dem Klienten durch ein dramatisches Bild, dass er sich zu sehr mit den Werten von Arbeit und Pflichterfüllung identifiziert hatte. Der Chef im Traum ist nicht der wirkliche Chef in seinem Leben, sondern ein Symbol für einen zu stark ausgeprägten Persönlichkeitszug des Träumers selbst, nämlich ein Symbol seiner Arbeitssucht. Die Botschaft: Der Träumer soll seinen übermäßigen inneren Arbeitsdruck, der ihn krank macht, loswerden. Träume müssen häufig solche extremen Bilder verwenden, denn nur so können sie manche Menschen wachrütteln.

Nach C. G. Jung hat der Traum auch eine "prospektiv-finale Funktion": Im Traum offenbaren sich auch Visionen für die zukünftige Entwicklung eines Menschen. Derselbe Mann, der seinen Chef im Traum töten wollte, träumte etwas später: Ich öffne die Tür eines Transporters. Ein schwerer Sack liegt auf einer wertvollen Gitarre. Traumdeutung: Der schwere Sack symbolisiert die Belastungen und Verpflichtungen der Arbeitswelt. Das Bild von der Gitarre deutet an, dass dieser Klient noch verborgene, unterdrückte kreative Sehnsüchte und Begabungen hat, die er noch entdecken und dann im Leben verwirklichen sollte.

 

Traumbeispiel: elterliche Liebe und Sehnsucht im Traum erleben

Sehnsuchtsträume gibt es häufig, wie auch in dem folgenden Beispiel.

Jürgen träumte kurz vor dem Aufwachen einen seltenen aber emotional bewegenden Traum. Zur Lebenssituation von Jürgen: Er ist verheiratet und hat zwei Töchter die schon längst erwachsen sind und mit ihren Partnern außer Haus leben. Jürgen sehnt sich manchmal sehr nach ihrer Nähe. Die jüngere Tochter, berufstätig, hat einen Hund, einen "Kleinen Münsterländer" (Jagdhund), den Jürgen oft ausführt, weil die Tochter tagsüber arbeitet. Die jüngere Tochter hatte ein paar Tage vor dem Traum einen Unfall und musste an der Hand operiert werden. Mit ihrem verletzten Arm ist sie nun wieder öfter im Elternhaus und braucht immer wieder Jürgens Hilfe. Nun der Traum von Jürgen:

 "Ich gehe im Traum mit unserem Hund an Bahnschienen entlang auf einem Weg. Die Schienen liegen rechts, links ist ein hügeliges Gelände mit Kiefern. Plötzlich rennt der Hund weg und verschwindet in dem Kieferwald. Ich mache mir große Sorgen, weil das Tier auf die Bahnschienen laufen könnte. Ich habe Angst, den Hund zu verlieren. Ich suche ihn und lande auf einem bäuerlichen Anwesen. An einer Pfütze sind ein paar Vögel, vielleicht sind es Amseln. Ich habe das Gefühl, dass ich eine Amsel doch von ganz früher kenne. Ein Gefühl der Liebe zu diesem Vogel steigt in mir auf. Ich ahne es: gleich wird diese Amsel auf meinen Arm fliegen. Tatsächlich, die Amsel fliegt auf mich zu und setzt sich auf meinen Arm. Den Arm halte ich dicht an meine Gesicht. Es ist so, als wenn der Vogel mich mit seinem Schnabel zärtlich an meinem Gesicht streichelt. Ich bin im Traum sehr glücklich. Ich weiß aber: Gleich wird die Amsel wieder zu den anderen Vögeln fliegen. Ich kann sie nicht festhalten. Der Vogel fliegt auch kurze Zeit später wieder zu den anderen Tieren an der Pfütze. Ein Gefühl von sehnsüchtiger Traurigkeit überkommt mich. Mit diesem Gefühl wache ich auf."

Jürgen deutet den Traum für sich so: "Die Gefühle aus dem Traum erlebe ich auch in meinen bewussten Leben: sehnsüchtige Traurigkeit nach den erwachsenen Töchtern, aber auch Sorge um sie, dass ihnen etwas passieren könnte. Für mich ist klar, dass der Hund und der Vogel meine beiden Töchter symbolisieren. Der "Kleine Münsterländer" im Traum hat ein genauso weiches und soziales Wesen wie unsere beiden Töchter. Es ist kein Zufall, dass gerade nach dem Unfall meiner jüngeren Tochter dieser Traum gekommen ist. Durch die Hilfsbedürftigkeit meiner verletzten jüngeren Tochter war ich ihr in den Tagen vor dem Traum wieder sehr nahe gekommen. Diese emotionale Nähe zeigt sich im Traum besonders im Bild der Amsel, die auf meinen Arm fliegt und mich zärtlich am Gesicht berührt. Leider fliegt die Amsel im Traum aber wieder zu den anderen Vögeln und wird mit ihnen ihre Lebensbahn ziehen. So wird es auch mit meiner jüngeren Tochter sein, die ich bald, wenn sie wieder gesund ist, seltener sehen werde. Der Traum lehrt mich, was ich eigentlich längst weiß: Ich muss es akzeptieren, dass ich meine erwachsenen Töchter ihre eigene Lebensbahn ziehen lassen muss.  Abschied, Trennung und Sorge gehört zu unserem Leben. Zu unserem Leben gehört aber auch die unverlierbare Liebe zwischen Eltern und Kindern. Das ist ein schönes Gefühl, das durch diesen Traum belebt worden ist."

3. Traumdeutung in der Gestalttherapie

Auch die gestalttherapeutische Traumdeutung geht - ähnlich wie C. G. Jung - davon aus, dass Träume dazu dienen können, uns mit unserem entfremdeten Leben zu konfrontieren. Die Botschaft vieler Träume ist, dass wir unsere Persönlichkeit in ein Gleichgewicht bringen sollen. Unterdrückten Persönlichkeitszügen, Begabungen, Ideen, Lebenszielen und Interessen soll zum Leben verholfen werden. Hierbei geht es nicht nur um Sexualität und Aggressionen wie in der klassischen Psychoanalyse, sondern um ein viel weiteres Spektrum von Persönlichkeitszügen. Das Besondere ist, das in der traumpsychologischen Beratung das Rollenspiel als Methode der Traumdeutung verwendet wird. Ann Faraday hat diese Methode an vielen Beispielen veranschaulicht. (Literatur siehe unten !)

Lernen Sie mehr über  die Psychologie und Deutung sexueller Träume!

Weiterführende Literatur:

Jürgen Bendszus: Von Sehnsüchten, Ängsten und Wegen zum Sinn. Einführung in die sinnorientierte Psychologie, 2016. eBook

Ingrid Riedel: Träume. Wegweiser in neue Lebensphasen

Ann Faraday: Deine Träume - Schlüssel zur Selbsterkenntnis

 

© Jürgen Bendszus, Dipl.-Pädagoge, berechtigt zur Psychotherapie (HPG)

 

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