Psychologische
Lebensberatungberatung
Dipl.-Päd. Jürgen
Bendszus, Heilpraktiker
für Psychotherapie
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Fallbeispiele aus der
Lebenspraxis und Therapie
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Konflikte
beim Sex - Maria genießt das Vorspiel, John genießt den Vollzug
John und Maria begaben
sich in die Therapie, weil sie scheinbar kein Verlangen mehr nach
Sex hatte. Es stellte sich dann aber in den Sitzungen heraus, dass
Maria Sex durch mochte, nur nicht so, wie es mit John ablief. Es
störte sie seit langem, dass John oft zu an ihrem Genital
manipulierte, bevor für sie der richtige Zeitpunkt dazu gekommen war.
Sie fühlte sich unter Zeitdruck gesetzt und fühlte sich
missbraucht. John fühlte sich zurückgewiesen und gekränkt, wenn
Maria seine Hand wegschob. Er wurde wütend und sagte, dass andere
Frauen immer mit ihm zufrieden gewesen seien. Um sich selbst zu
helfen, hatte das Paar einen psychologischen Ratgeber gelesen.
Danach sollte die Partnerin dem Partner ihre Wünsche mitteilen.
Maria wünschte sich eine längeres Vorspiel und zeigte John, wie
sie berührt werden wollte. Er folgte auch ihren Wünschen - aber
leider nur mechanisch. Er klinkte sich seelisch beim Vorspiel aus,
war nicht wirklich bei der Sache. Dafür schaltete Maria innerlich
ab und zeigte keine Leidenschaft, wenn es zum Koitus kam. Weil Maria
im Laufe der Zeit immer weniger erwartete, dass ihre sexuellen Wünsche
befriedigt werden könnten, verlor sie mit der Zeit die Lust am Sex mit
John. (Fallbeispiel von David Schnarch, siehe
Literaturliste unten!)
Im therapeutischen
Gespräch kam heraus, dass John die falsche Vorstellung hatte, dass in der
Paarbeziehung die Genitalien beiden gehörten. Marias Genitalien erlebte
er als seinen Besitz. Also mussten diese ihm auf Verlangen zur Verfügung
stehen. Maria aber setzte sich zur Wehr. Sie ärgerte sich über Johns
Einstellung. Sie erhob den Anspruch, dass ihr Körper ihr allein gehörte.
Maria hatte beim Sex mit John auch das Gefühl, die Kontrolle über sich
abzugeben, weil John meinte, über ihren Körper verfügen zu können. Um
sich emotional abzugrenzen, nahm sie sich zurück und schwächte so ihr
sexuelles Verlangen ab. Somit war John frustriert, weil er die fehlende
Leidenschaft bei Maria spürte. Johns Besitzdenken wurde noch durch die
besondere Art seiner Beziehung mit Maria verstärkt. Ihre Beziehung konnte
man als seelische Verschmelzung auffassen.
Was
bedeutet seelische Verschmelzung? Zwischen John und Maria gab es
eine ganz enge und intensive seelische Verbindung. Die beiden brauchten
sich, um inneren Halt und Sicherheit zu erleben. Sie waren sehr abhängig
voneinander und fühlten sich ohne die ständige gegenseitige Bestätigung
unglücklich. Wenn einer der beiden ein unterschiedliches Bedürfnis
zeigte, entstand im anderen ein Gefühl von Unsicherheit und Angst. Jeder
erlebte den anderen als Teil von sich selbst. John erlebte vor allem
Marias Genitalien als Teil von ihm selbst. Wenn sie bei Sex alles so
machte, wie er es wollte, war er zufrieden. Dann war die Beziehung und die
Welt in Ordnung. Johns innere Sicherheit und Selbstwertgefühl waren von
Marias Bestätigung völlig abhängig. Auch beim Sex wollte er von Maria
in seinem Selbstwertgefühl und in seiner Männlichkeit bestärkt und
gelobt werden. Deswegen wurde er auch so wütend, wenn Maria ihn beim
Vorspiel kritisierte. Marias Kritik verunsicherte ihn sehr im Hinblick auf
seine Männlichkeit. John viel es schwer, das bei Jugendlichen übliche
Spiel :"Wenn Du mich liebst, dann lässt Du das jetzt mit dir
machen" aufzugeben.
Das
therapeutische Ziel musste sein, das John und Maria mehr
Gelassenheit und Selbstvertrauen unabhängig von den Reaktionen des
Partners erreichten. Die beiden mussten bereit sein, eigene Wege der Persönlichkeitsentwicklung
zu beschreiten. Das bedeutete für Maria: mehr Halt, innere
Sicherheit, innere Stärke, innere Freiheit, Autonomie und Fähigkeit zur
Selbststeuerung in sich selbst spüren - besonderes auch im alltäglichen
Leben außerhalb des sexuellen Lebens. Dann brauchte sie auch beim Sex
nicht mehr ängstlich darüber zu wachen, ob John sie kontrollierte.
Ebenso musste sich John auf den Weg zu einer mehr eigenständigen
Persönlichkeit aufmachen. Er musste lernen, dass das Selbstwertgefühl
eines Mannes nicht allein von der Bestätigung durch seine Frau beim Sex
abhängen darf. Er musste lernen, dass Maria eine von ihm getrennte
Individualität mit ihm noch unvertrauten erotischen Bedürfnissen
war, zu denen er erst noch durch einen emotionalen Reifungsprozess mit
therapeutischer Hilfe Zugang finden musste.
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Sexualpsychologie
Erektionsprobleme - zu kleiner Penis?
Herr
W. , ca. 55 Jahre alt, ein attraktiver frühpensionierter Sportlehrer,
suchte bei mir Rat, weil es beim Sex zeitweilig nicht mehr richtig
klappte. Er hatte Potenz- und Erektionsprobleme. Da er eine
organische Krankheit hatte, musste er viele Medikamente nehmen. Er hatte
schon einen Facharzt aufgesucht, da seine Potenzprobleme vielleicht durch
die Medikamente oder seine Krankheit verursacht waren. Der Arzt konnte
jedoch keine organische Ursache finden. In einem Zeitraum von ca. 2
Monaten arbeiteten wir 10 Stunden intensiv miteinander.
| Wir entdeckten in
dieser Zeit mit Hilfe der biographischen Analyse, der Analyse seiner
gegenwärtigen Beziehung und der Deutung von zwei emotional
bewegenden Träumen wichtige psychologische Hintergründe.
Herr
W. war mit seiner jetzigen Partnerin ca. 2 Jahre zusammen. Er war vor
seiner jetzigen Beziehung viele Jahre verheiratet. Die Ehe war gegen
seinen Wunsch geschieden worden. Vor seiner Ehe hatte er als junger
Student eine erste intensive Liebesbeziehung, die leider zerbrach.
Gegenüber Frauen war er sich immer unsicher und zurückhaltend.
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Vor
einiger Zeit hatte er sich mit seiner jetzigen attraktiven Partnerin
gestritten. Im Streit warf sie ihm vor, er habe einen viel zu kleinen
Penis, um sie im Bett wirklich zu befriedigen. Durch diese Worte war
Herr W. tief verletzt. Seitdem kam es immer wieder zu Erektionsproblemen
bei Sex.
Mir kam der Gedanke, dass wohl
jeder Mann durch solche Worte verletzt wäre. Viele andere Männer hätten
diese Verletzung aber wohl besser verarbeitet. Die verletzten Worte der
Partnerin gingen Herrn W. nicht mehr aus dem Kopf, er musste zwanghaft
immer wieder daran denken. Auch dann, wenn das Paar miteinander Sex haben
wollte. Manchmal ging es gut. Aber immer öfter kam das Gefühl der
Verletzung wieder hoch. Dann ließ die Erektion nach. Seine Partnerin war
selbst unglücklich über ihre verletzenden Worte. Sie fühlte sich
schuldig. Aber das änderte nichts daran, dass Herr W. immer wieder an
seinen möglicherweise zu kleinen Penis dachte, sich unzulänglich und
verletzt fühlte.
Warum konnte Herr W. die
verletzenden Worte so schlecht verarbeiten! Ich hatte zwei Hypothesen, die
ich ihm auch erklärte und die im Beratungsgespräch von ihm als
zutreffend bestätigt wurden.
1.
Hypothese: Das Selbstwertgefühl und die Identität
von Herrn W. hingen zu sehr von seinem Körper, seiner körperlichen
Attraktivität und seiner körperlichen und sexuellen Leistungsfähigkeit
ab. Hierzu muss man noch wissen, dass er als junger Mann ein erfolgreicher
Leistungssportler war und hierdurch viel Anerkennung erhielt. Seine
Leistungen im Sport ließen naturgemäß mit zunehmendem Alter nach. Die
körperliche Attraktivität ging zurück. Was ihm geblieben war, das war
seine sexuelle Leistungsfähigkeit. Die war nun durch die Worte "Du
hast einen viel zu kleinen Penis" in Frage gestellt wurden.
Sein Selbstvertrauen war erschüttert worden. Herr W. konnte dem
Gedanken zustimmen, dass er das Spektrum seiner Werte und Interessen
erweitern müsste und der Wert eines Menschen nicht allein von seiner
sexuellen Leistungsfähigkeit abhängt. Von der Fixierung auf den Sex als
höchsten Lebensinhalt müsste er sich lösen. - Durch seine
Frühpensionierung war der Umfang seiner sozialen Beziehungen sehr
zurückgegangen. Die Partnerin war seine wichtigste Bezugsperson geworden.
Ihre Reaktionen und Stimmungen waren für sein Lebensgefühl und
Wohlbefinden entscheidend. Daher konnte ich ihm nur raten, etwas für
seine Persönlichkeitsentwicklung zu tun. Imagination und Meditation
wären für ihn ein guter Weg, mehr Halt und Vertrauen in sich selbst zu
finden und nicht allen Halt und alle Bestätigung von der Partnerin zu
fordern. Darüber hinaus würde er durch Meditation mehr Abstand zu den
verletzenden Worten der Partnerin zu gewinnen.
2.
Hypothese: Herr W. war in der Beziehung zu Frauen zu sehr um
Harmonie bemüht. Konflikten ging er aus dem Weg, Aggressionen
unterdrückte er und richtete sie gegen sich selbst. Tatsächlich war
Herr W. sehr beeindruckt von der Erkenntnis, dass er sich zwar im Sport
immer sehr gut aggressiv durchsetzen konnte. Im Gegensatz dazu fürchtete
er in seinen Beziehungen zu Frauen die aggressive Auseinandersetzung. Sein
Konfliktsstil war der innere Rückzug "ins Schneckenhaus", der
innere Groll, wie er mir bestätigte. Er neigte dazu, nachtragend zu sein,
zu grübeln. So konnte er auch die verletzenden Worte "Du hast einen
zu kleinen Penis" selbst beim Sex nicht vergessen. Hätte er sich
gegenüber seiner Partnerin sofort gegen diese Demütigung zur Wehr
gesetzt, wäre es zu einer emotionalen Entlastung gekommen. Warum konnte
Herr W. in dieser Beziehung keine Aggressionen zeigen? Weil er Angst
hatte, dadurch seine Partnerin, sein "Paradies" zu
verlieren. (Einem seiner Träume hatte er die Überschrift "das
verlorene Paradies" gegeben.) Zwei gescheiterte Beziehungen hatten
ein Trauma verursacht. Ein solches Trauma wollte er nicht noch einmal
erleben.
| Mein Rat an ihn war dennoch: im Alltagsleben mit der Partnerin
ehrlicher umgehen und durchaus auch einmal Wut zulassen. So könnte er
auch wieder Zugang zu seiner sexuellen Energie finden. Viele Paare müssen
den Umgang mit Aggressionen in kleinen Schritten lange üben, was häufig
nicht ohne eine Paartherapie gelingt. Auch für Herrn W. bedeutete dies,
dass er nun mit therapeutischer Hilfe lernen musste, dass Aggressionen
eine Beziehung nicht zerstören müssen, sondern zum Leben
gehören.
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Sexualpsychologie
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Warum konnte
Theresa keinen Orgasmus bekommen?
Theresa
war schon viele Jahre mit Philip verheiratet. Theresa war ihr ganzes
Leben von Unsicherheit geplagt. Sie war immer auf Fehlschläge
eingestellt, war mit Ihrem Körper unzufrieden. Sie hatte ständig
Angst, Philip könnte sich eine jüngere Frau suchen. Auch beim beim
Sex konnte sie niemals völlig unbekümmert und entspannt sein und
sich ganz fallen lassen. War das der einzige Grund, warum sie
bislang noch niemals einen Orgasmus hatte?
Mit
den Jahren viel es auch Philip immer schwerer, zu seinem Orgasmus zu
kommen, so dass er im Stillen tatsächlich dachte, mit einer anderen
jüngeren Frau könnte er vielleicht glücklicher werden. Wie
viele Paare, küssten sie sich beim Sex nicht mehr oft. Da sie beim
Küssen kaum noch was empfanden, konzentrierten sie sich auf die
Berührung ihrer Genitalien. Aber sie nahmen nie Blickkontakt auf.
Philip wollte alles richtig machen und stimulierte seine Frau nach deren Anweisungen. Aber er machte es sehr
mechanisch, er spürte den Empfindungen, die Theresa hatte, nicht
nach. Sie erlebte seine Finger wie ein raues Radiergummi.
Philip
hatte keinen wirklichen Kontakt zu Theresa, denn er fing von Theresa
keine sexuellen Schwingungen auf. So musste ihm Theresa Anweisungen
geben, als sei sie mit einem Blinden zusammen. Auch Theresa hatte
letztlich keinen Kontakt zu Philip. Die beiden berührten sich nur
körperlich, ihr Wesen spürten sie nicht. Jedem blieben die letzten
Tiefen der Seele des anderen verborgen. (Fallbeispiel
aus David Schnarch, Literaturliste siehe unten!)
Aus
sexualtherapeutischer Sicht gab es zwischen Theresa und Philip beim
Sex keine "erotische Brücke" und keine
ausreichende erotische und seelische Verbundenheit. (D.
Schnarch, S. 269) Erotik
zusammen mit seelischer Verbundenheit sind aber für viel Menschen
die Voraussetzung, um die Orgasmusschwelle zu erreichen und den
Orgasmus zu intensivieren. Wie konnte Theresa und Philip geholfen
werden, sich emotional mehr zu spüren und dadurch mehr Erotik zu
erleben?
Aus therapeutischer Sicht wäre es
sinnlos gewesen, den beiden neue Techniken zu zeigen. Denn
die beiden hatten kein Technikproblem, sondern ein
Kontaktproblem: Wie könnte es zu mehr seelischem Kontakt
zwischen beiden kommen? Die Suche nach neuen Sextechniken hätte in
diesem Fall eher Schaden angerichtet. Denn die Konzentration auf die
sexuelle Technik kann von der Seele des Partners und der Partnerin
ablenken ablenken. Es gibt keine einzige Sextechnik, mit der Sie
seelische Entfremdung überwinden können! Sie können aber
vielleicht mit immer neuen Sextechniken Beziehungsprobleme -vorübergehend!-
verdrängen.
Therapeutisch war es wichtig, die vielen
Gefühle von Unzulänglichkeit, die Theresa hatte, anzusprechen und
zu bearbeiten. Denn damit Kontakt entstehen konnte, musste sie ihre
Ängste überwinden, sich wirklich gegenüber Philip zu öffnen.
Philip konnte auch deshalb keine erotischen Schwingungen spüren,
weil Theresa diese Schwingungen aufgrund ihrer ängstlichen
Verspannung nicht aussendete. Unsicherheit und Angst passen nicht
mit erotischer Ausstrahlung zusammen. Da Philip sie letztlich liebte
und sie annehmen konnte, wie sie war, konnte man allerdings auf
therapeutische Fortschritte hoffen. Allerdings musste sich auch
Philip in seiner Kontaktfähigkeit entwickeln. Er musste erkennen,
dass körperlicher Kontakt beim Sex noch lange nicht intime
emotionale Verbundenheit bedeuten muss. Auch er musste es lernen,
Abwehrhaltungen und Angst vor Nähe zu überwinden.
Vielleicht
finden Sie im Forum mehr Antworten!
Sexualität
mit offenen Augen als hilfreiche Erfahrung
Als
therapeutischer Weg, eine erotische Brücke zwischen Philip und
Theresa und einen tieferen seelischen Kontakt zwischen ihnen
aufzubauen, bot sich der Versuch an, sie zu Sexualität mit offenen Augen
beim Vorspiel und sexuellen Akt zu ermutigen.
Viele
Menschen allerdings üben das Vorspiel und den sexuellen Akt mit
geschlossenen Augen aus! Die meisten schließen beim Orgasmus die
Augen, um sich auf ihre körperlichen Empfindungen zu konzentrieren.
Viele könnten gar keinen Orgasmus erleben, würden sie sich beim
Sex gegenseitig in die Augen sehen. Man könnte das als eine Art
autistischen Sex bezeichnen, wenn man den anderen ausblendet, um die
eigenen körperlichen Empfindungen möglichst intensiv zu spüren. Ob
der Orgasmus mit offenen Augen möglich ist, wenn Sie sich
gegenseitig ins Gesicht sehen, kann ein Test sein, wie viel wirkliche
seelische Verbundenheit, Kontakt und Vertrauen zwischen Ihnen
besteht. (Es gibt allerdings Menschen, die beim Sex trotz
Blickkontakt trotzdem keinen seelischen Kontakt zum Partner
verspüren, sondern sich wie in einem Pornofilm, in dem sie
masturbieren, verhalten.) David Schnarch sagt: "
Augenkontakt, Flirten, ist eine sexuell erregende, alte
kulturübergreifende Verhaltensweise. Unsere anatomisch bedingte
Fähigkeit, beim einander zugewandten Geschlechtsverkehr
Blickkontakt zu halten, erleichtert es uns beim Sex, emotionale
Nähe herzustellen." (D. Schnarch, S. 274)
Theresa und Philip ließen
sich auf den Versuch ein, sich zunächst beim beim Vorspiel mit
offenen Augen zu begegnen. Die beiden fühlten sich unsicher, es war
ihnen peinlich. Theresa fürchtete, körperlich begutachtet zu
werden. Sie spürte mehr seelische Nähe zu Philip, aber es machte
ihr zunächst angst, er würde in ihr Innerstes hineinsehen und alle
ihre Unzulänglichkeiten sehen. Auch bei Philip musste am Anfang mit
seinem Widerstand und seiner Angst vor Nähe kämpfen. Bei den
verschiedenen körperlichen und sexuellen Übungen schlossen sie
zwischendurch auch immer mal wieder die Augen. Sie machten aber
Fortschritte und schafften es, sich immer länger anzusehen. Sie
konnten sich immer besser entspannen und bald lustvolle Gefühle
erleben. Sie erfuhren, dass der Blickkontakt die erotische
Atmosphäre steigerte und sie körperlich und emotional erregte. In
der Therapie wurden ihre Erfahrungen, ihre Ängste und
Unsicherheiten, die beim beim Sex mit offenen Augen hergerufen
wurden, immer wieder im Detail
besprochen und verarbeitet. Insbesondere Theresa entwickelte mehr
Selbstwertgefühl, weil sie immer mehr ihr sexuelles und erotisches
Potential kennen lernte und es dem Paar mehr Spaß machte,
miteinander zu schlafen. Schließlich kam es bei Theresa zu ihrem
ersten Orgasmus. (Fallbeispiel aus D. Schnarch, S.
259 f.)
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Literaturhinweise zur Vertiefung der Thematik:
David Schnarch: Die Psychologie sexueller
Leidenschaft
Jürg Willi: Psychologie der Liebe
Irmgard Hülsemann: Berührungen. Gespräche über
Sexualität und Lebensgeschichte
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