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Psychologie der Sexualität

Dipl.-Päd. Jürgen Bendszus, Heilpraktiker für Psychotherapie 


Themen sind:

wichtige sexuelle Probleme, Schwierigkeiten, und ihre Ursachen - Beispiele aus der Therapiepraxis,

Selbstwertgefühl, Selbstvertrauen und ihre Bedeutung für die sexuelle Zufriedenheit,  

Unbewusste Ängste erkennen und überwinden,

Medizinische, organische  und psychologische Ursachen für Orgasmusprobleme und andere sexuelle Funktionsstörungen,

Therapie sexueller Probleme, Störungen - Sexualberatung.

Was steckt hinter sexueller Untreue und Fremdgehen?




Neu als Taschenbuch !

Der Sexualforscher Alfred Kinsey wurde vor über einem halben Jahrhundert berühmt, als er mit Mitteln der Sozialforschung herausfinden wollte:  Wie und wie oft und mit wem treiben es die Leute wirklich? Kinsey war überzeugt, dass unser Sexualleben intensiver sein sollte. Der tägliche Orgasmus sollte doch dem gesunden Mann möglich sein, wie er meinte.

Viele Männer, die ihre sexuelle Performance mit diesem Maßstab verglichen, reagierten irritiert, schockiert und gekränkt. Ihre Angst, im Bereich der  Sexualität nicht attraktiv genug und leistungsfähig zu sein, wurde noch durch die immer anspruchsvolleren Frauen verstärkt. Heute wünschen sich immer mehr Frauen sexuelle Leidenschaft. Der Fortbestand einer Beziehung hängt  immer weniger von den Kindern oder den wirtschaftlichen Verhältnissen ab. Für den Bestand einer Beziehung ist die emotionale und sexuelle Zufriedenheit wichtiger als noch vor Jahrzehnten. Aber wie kann man das sexuelle Glück wiedererlangen, wenn es sich durch Lustlosigkeit und andere Probleme zurückgezogen hat?

Manche Menschen gehen das Risiko eines Seitensprungs ein, wenn sie damit der sexuellen Lustlosigkeit entfliehen können. Der Preis für den sexuellen Seitensprung ist meist hoch. Tiefe Kränkung und Verletzung  des Betrogenen sind die Folge. Am Ende stehen oft Vertrauensverlust, Konflikt, Verbitterung und Einsamkeit.

Wenn Sie sich daher ein dauerhaftes sexuelles Glück wünschen, macht es mehr Sinn, sich innerhalb einer dauerhaften vertrauensvollen Beziehung um die Belebung Ihrer Sexualität zu bemühen.
Sexuelle Schwierigkeiten sollten innerhalb der Beziehung bearbeitet werden, anstatt dass Sie vor den Problemen  flüchten oder die Probleme verdrängen und sich mit ihnen abfinden. Das erfordert Mut und Ehrlichkeit, auch die Bereitschaft, sich auf etwas Psychologie und Persönlichkeitsentwicklung einzulassen.

Diese Website möchte Ihnen mit Beispielen aus der Praxis der Sexualtherapie und wissenschaftlichen Erkenntnissen  dabei helfen.

Alle Fallbeispiele haben einen realen Hintergrund, aber Namen und Details wurden so verändert, dass Sie mit mit Sicherheit niemand wiedererkennen können.

Fallbeispiel 1:  Sich anvertrauen, um dann fallen gelassen zu werden?

In einer therapeutischen Gruppe erzählte Pia von ihren Problemen, beim Akt selbst keinen Orgasmus zu bekommen : Kurz bevor der Höhepunkt eigentlich kommen sollte, streichle ich mich selbst und komme so zum Orgasmus. Ich brauche überhaupt viel Anlaufzeit, wenn es um Sexualität geht. In der Woche ist es ziemlich selten, dass Paul und ich zusammen schlafen. Wenn wir Ferien haben und viel entspannter sind, findet es auch öfter statt. Früher war es mein Anspruch, ohne direktes Streicheln zum Höhepunkt zu kommen. Paul meinte, dass er es als eine starke Anspannung von uns beiden erlebt, wenn wir wie das Kaninchen auf die Schlange Orgasmus starren. Das brachte uns auch gar nichts und ich fühlte mich sehr angespannt. (Fall 1 aufgezeichnet von Irmgard Hülsemann, siehe Literaturliste unten!)

In der therapeutischen Gruppe kamen Pia wichtige Erkenntnisse, warum sie beim Sex zu angespannt war und sich nur selten völlig hingeben und vergessen konnte. Der Schlüssel ihrer Probleme lag in ihren frühen kindlichen Erfahrungen in der Familie. Sie erinnerte sich, dass ihre Mutter einmal beiläufig erwähnte, dass sie mit Säuglingen und Kleinkindern wenig anzufangen weiß, weil die ständig von einem etwas wollen und erst von einem späteren Zeitpunkt an brauchbar sind. In ihrem Elternhaus erlebte Pia, dass sich die Eltern amüsieren und unterhalten wollen, das Genießen z. B. beim Essen und Trinken spielte eine große Rolle. Wenn Pia einmal weinte und Sorgen hatte, wurde das von der Mutter als Belastung erlebt. Inmitten der Familie fühlte Pia sich einsam und hing ihren Phantasien nach. Ihre Sehnsucht nach Nähe und Umsorgwerden wurde weder von der Mutter noch von irgendeinem anderen Familienmitglied erfüllt. Pia musste als Kind auf vertrauensvolle und abhängige Nähe und Zuneigung verzichten. Irgendwann zog sie sich mit ihren unerfüllten kindlichen Bedürfnissen nach Abhängigkeit und Nähe zurück. In ihrer unbewussten Seele bildete sich der ihr lange verborgen gebliebene Leitsatz: "Wenn ich mich anderen Menschen anvertraue, werde ich nur enttäuscht. Ich darf mich eben nur auf mich verlassen." In ihrem Elternhaus bekam Pia dann Anerkennung, wenn sie sich vernünftig und unkompliziert verhielt und ihre Probleme selbständig löste. 

Als Pia älter geworden war, hatte sie zwar Freunde, aber wirkliche Nähe und Abhängigkeit ließ sie nicht zu, um nicht enttäuscht zu werden. Besonders von Männern wollte sie nie abhängig werden, zu mal ihre Mutter ihr gesagt hatte, dass man von Männern sexuell abhängig werden kann. Pia sagte von sich: Beziehungen, die länger als drei Monate dauerten, habe ich nie ausgehalten. Das war die Schallgrenze, an der ich nicht mehr weiter wollte und einen Krach anfing, bis es wirklich nicht mehr ging. Über Jahre hatte ich zwei oder drei Freunde gleichzeitig, um nicht von einem einzigen Mann abhängig zu werden.

Distanzierte und wechselnde Beziehungen halfen ihr, die Angst einzudämmen, die ersehnte Nähe führe doch wieder zu schmerzlichen Enttäuschungen. In ihrer Beziehung zu Paul war es so, als wären ihre Seelen  durch einen feinen unsichtbaren Schleier voneinander getrennt. 

Kein Wunder, dass Pia sich aufgrund ihrer unbewussten Angst vor Nähe auch beim Sex nur selten voll auslieferte und hingab. Ihr sexuelles Erregungsniveau erreichte durch diese innere Barriere und Hemmung nur selten die Orgasmusschwelle .

Was Pia in der Therapie lernen musste: Das Risiko des Vertrauens einzugehen, auch wenn es keine Garantie dafür gibt, dass man nicht irgendwann enttäuscht wird.  

In ihrem Fall konnte es die Hoffnung geben, dass sich mit zunehmender Dauer ihrer Beziehung sehr langsam ein stärkeres Band des Vertrauens zwischen Pia und Paul aufbauen konnte.

 

Fallbeispiel 2: Erektionsprobleme - zu kleiner Penis?

Herr W. , ca. 55 Jahre alt, ein attraktiver frühpensionierter Sportlehrer, suchte bei mir Rat, weil es beim Sex mit seiner ein paar Jahre jüngeren Partnerin zeitweilig nicht mehr richtig klappte. Er hatte Potenz- und Erektionsprobleme.  

Vor einiger Zeit hatte er sich mit Partnerin  gestritten. Im Streit warf sie ihm vor, er habe einen viel zu kleinen Penis, um sie im Bett wirklich zu befriedigen. Durch diese Worte war Herr W. tief verletzt. Seitdem kam es immer wieder zu Erektionsproblemen bei Sex. Die verletzendenen Worte der Partnerin gingen Herrn W. nicht mehr aus dem Kopf, er musste zwanghaft immer wieder daran denken. Gerade auch dann, wenn das Paar miteinander Sex haben wollte. Manchmal ging es gut. Aber immer öfter kam das Gefühl der Verletzung wieder hoch. Dann ließ die Erektion nach. Seine Partnerin war selbst unglücklich über ihre verletzenden Worte. Sie fühlte sich schuldig. Aber das änderte nichts daran, dass Herr W. immer wieder an seinen möglicherweise zu kleinen Penis dachte, sich unzulänglich und verletzt fühlte.

Warum konnte Herr W. die verletzenden Worte so schlecht verarbeiten? Ich hatte zwei Hypothesen, die ich ihm auch erklärte und die im Beratungsgespräch von ihm als zutreffend bestätigt wurden. 

1. Hypothese: Das  Selbstwertgefühl und die Identität von Herrn W. hingen zu sehr von seinem Körper, seiner körperlichen Attraktivität und seiner körperlichen und sexuellen Leistungsfähigkeit ab.  Herr W. konnte dem Gedanken zustimmen, dass er das Spektrum seiner Werte und Interessen und erweitern müsste und der Wert eines Menschen nicht allein von seiner sexuellen Leistungsfähigkeit abhängt. Von der Fixierung auf den Sex als höchsten Lebensinhalt und die jeder Zeit gelingende Peniserektion als Symbol seiner Männlichkeit müsste er sich lösen. 

2. Hypothese: Herr W. war in der Beziehung zu Frauen zu sehr um Harmonie bemüht. Konflikten ging er aus dem Weg, Aggressionen unterdrückte er und richtete sie gegen sich selbst. Tatsächlich war Herr W. sehr beeindruckt von der Erkenntnis, dass er sich zwar im Sport als ehemaliger erfolgreicher Sportler immer sehr gut aggressiv durchsetzen konnte. Im Gegensatz dazu fürchtete er in seinen Beziehungen zu Frauen die aggressive Auseinandersetzung. Sein Konfliktsstil in der Paarbeziehung war der innere Rückzug "ins Schneckenhaus", der innere Groll. Er neigte dazu, nachtragend zu sein. So konnte er auch die verletzenden Worte "Du hast einen zu kleinen Penis" selbst beim Sex nicht vergessen. Hätte er sich gegenüber seiner Partnerin sofort gegen diese Demütigung zur Wehr gesetzt, wäre es zu einer emotionalen Entlastung gekommen.  Mein Rat an ihn war: im Alltagsleben mit der Partnerin ehrlicher umgehen und durchaus auch einmal Wut (aber nicht Gewalt!) zulassen. So könnte er auch wieder Zugang zu seiner sexuellen Energie finden. Viele Paare müssen den Umgang mit Aggressionen in kleinen Schritten lange üben, was häufig nicht ohne eine Paartherapie gelingt. Auch für Herrn W. bedeutete dies, dass er nun mit therapeutischer Hilfe lernen musste, dass Aggressionen eine Beziehung nicht zerstören müssen, sondern zum Leben gehören. Man kann sogar erleben, dass ein Paar nach einem ausgetragenen Streit sofort im Bett landet und wunderbaren Sex hat. Mehr zu den Details und Hintergründen zu diesem  Fallbeispiel auf der Seite   Sexuelle Probleme

Fallbeispiel 3: Konflikte beim Sex - Maria genießt das Vorspiel, John genießt den Vollzug 

John und Maria begaben sich in die Therapie, weil sie scheinbar kein Verlangen mehr nach Sex hatte. Es stellte sich dann aber in den Sitzungen heraus, dass Maria Sex durchaus mochte, nur nicht so, wie es mit John ablief. Es störte sie seit langem, dass John oft zu früh an ihrem Genital manipulierte, bevor für sie der richtige Zeitpunkt dazu gekommen war. Sie fühlte sich unter Zeitdruck gesetzt und fühlte sich missbraucht. John fühlte sich zurückgewiesen und gekränkt, wenn Maria seine Hand wegschob. Er wurde wütend und sagte, dass andere Frauen immer mit ihm zufrieden gewesen seien. Um sich selbst zu helfen, hatte das Paar einen psychologischen Ratgeber gelesen. Danach sollte die Partnerin dem Partner ihre Wünsche mitteilen. Maria wünschte sich eine längeres Vorspiel und zeigte John, wie sie berührt werden wollte. Er folgte auch ihren Wünschen - aber leider nur mechanisch. Er klinkte sich seelisch beim Vorspiel aus, war nicht wirklich bei der Sache. Dafür schaltete Maria beim Koitus innerlich ab und zeigte zu wenig Leidenschaft. (Fallbeispiel aus D. Schnarch, S. 234 ff., siehe Literaturliste!)Mehr zu den Details und Hintergründen zu diesem Fallbeispiel auf der Seite Sexuelle Probleme !

Es gab zwei Schlüssel zur Lösung der sexuellen Schwierigkeiten von Maria und John. Der eine Schlüssel lag in Johns Persönlichkeit. Er hatte nur ein geringes Selbstwertgefühl. Weil Johns Selbstwertgefühl sehr von seinem sexuellen Erfolg bei Maria abhing, konnte er mit ihrer verständlichen Kritik an seinem sexuellen Stil schlecht umgehen.  Er war beim Sex erstens zu sehr auf auf die Genitalien und den Koitus fixiert. Er war zweitens zu sehr auf Bestätigung aus. Zu Marias erotischer Welt, die den ganzen Körper umfasste,  hatte er noch zu wenig Zugang. Somit war der sexuelle Misserfolg Johns nur die Konsequenz. John musste lernen, auch außerhalb des sexuellen Lebens mehr innere Sicherheit und Selbstvertrauen und mehr Unabhängigkeit von den Reaktionen seiner Partnerin zu erreichen. Würde er mehr Selbstwertgefühl erreichen und weniger abhängig von Marias Lob und Bestätigung werden, wäre er bei sexuellen Zurückweisungen gelassener. Diese Gelassenheit könnte es ihm erleichtern, sich auf Marias erotischen Wünsche mehr einzulassen. Ihr Sex wäre entspannter, farbiger und  lustvoller. 

Der andere Schlüssel lag in Marias Persönlichkeit. Einerseits sehnte sie sich nach inniger emotionaler Verbundenheit mit John und wollte dieses Gefühl der Verbundenheit beim sexuellen Vorspiel intensiv erleben. Andererseits entstand dann in ihr die unbewusste Angst, sich an John auszuliefern und die Kontrolle zu verlieren. Um sich emotional abzugrenzen, nahm sie sich daher beim Sex zurück und frustrierte somit John durch ihre zu geringe Leidenschaft. Auch Maria musste bereit sein, den Weg der Persönlichkeitsentwicklung zu gehen. Ihr Ziel: Ein tieferes, stärkeres Gefühl des inneren Haltes, der inneren Freiheit, der Selbststeuerung und Autonomie entwickeln, um beim Sex mehr loslassen zu können. 

Eine solche Stärke der Persönlichkeit muss auch außerhalb des Bereiches der Sexualität im alltäglichen Leben  aufgebaut und erlebt werden. Das geht oft nicht ohne mühsame und schmerzhafte Abgrenzung vom Partner und die Auflösung seelischer Verschmelzung und Symbiose. Am Anfang einer Beziehung sind Partner häufig seelisch verschmolzen und symbiotisch verbunden. Sie erleben sich nicht als starke, unabhängige, eigenständige Persönlichkeiten, sondern sie fühlen sich sehr voneinander abhängig. Beide Partner müssen in einer längeren Beziehung eine eigenständige Individualität und Unabhängigkeit aufbauen. Dann fühlt man sich auch in der Sexualität gegenüber dem Partner stark und frei und muss sich nicht ängstlich um Kontrolle oder um Bestätigung bemühen. Die sexuelle Toleranz gegenüber Ungeschicklichkeiten des Partner oder ungewohnten Wünschen wird größer, die ganze Situation entspannter. Der bekannte amerikanische Sexualtherapeut David Schnarch nennt diesen Weg der Persönlichkeitsentwicklung die Differenzierung. 

Medizinische, organische  und psychologische Ursachen für Orgasmusprobleme und andere sexuelle Funktionsstörungen 

Sexuelle Funktionsstörungen wie z. B. Orgasmusprobleme oder Erektionsprobleme haben nicht nur psychische Ursachen, sondern es müssen auch organische Ursachen und Erkrankungen in Betracht gezogen werden. Die folgende Tabelle gibt Ihnen eine Übersicht:  

Organische Ursachen und Erkrankungen  Psychologische Ursachen :
Neurologische Störungen Erschöpfung und Stress
Gefäßerkrankungen Konflikte in der Partnerschaft und seelische Verletzungen 
Hormonelle Störungen Konflikte am Arbeitsplatz
Infektionen depressive Verstimmung
Alkoholismus Erwartungsangst, Leistungsdruck beim Sex
Drogen, Medikamente Beeinträchtigung des Selbstwertgefühls
organisch bedingte Depressionen  Angst vor Kontrollverlust
Diabetes mellitus Traumatische Erfahrungen wie sexueller Missbrauch in der Kindheit

Auf diesen Webseiten werden im Schwerpunkt die Hintergründe seelisch verursachter sexueller Schwierigkeiten dargestellt. Eine systematische Darstellung der verschiedenen Formen sexueller Probleme finden Sie auf der Seite sexuelle Funktionsstörungen !

Was steckt hinter sexueller Untreue und Fremdgehen?   

Bislang galt es als Privileg der Männer, in einer Außenbeziehung die Wünsche zu befriedigen, die von der eigenen Frau nicht erfüllt wurden. Doch in der heutigen Zeit holen sich auch immer mehr Frauen in der Außenbeziehung das, was der eigene Mann ihnen vorenthält. Warum gehen Liebespartner fremd?

Das Zusammenleben in einer dauerhaften Partnerschaft ist der Entfaltung der Sexualität nicht förderlich. Die Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs sinkt mit der Länge der Beziehung, in den ersten 5 Jahren durchschnittlich auf die Hälfte des Anfangsniveaus. (J. Willi, Seite 88. Siehe Literaturliste am Ende!) Alltägliche Sorgen, Existenzsorgen, Arbeitslosigkeit, Stress und Erschöpfung durch den Beruf und vor allem Kinder erweisen sich als Lustkiller. Mit den Jahren kann die erotische Anziehung verloren gehen. -  Auch zu viel Nähe und Vertrautheit zwischen einem Paar kann die sexuelle Spannung aufheben. Unter diesen Voraussetzungen steigt die Bereitschaft, sich auf einer Party oder beim Betriebsausflug auf ein erotisches Abenteuer einzulassen, um erneut die intensiven Emotionen zu erleben, die am Anfang mit der eigenen Frau oder dem eigenen Mann erlebt wurden. Mit Fremden, die man nicht liebt und nicht lieben will, und in der Anonymität können manche Menschen mehr die Leidenschaft des Nehmens und Genommenwerdens erfahren als mit dem vertrauten Partner. -

Der sexuelle Rausch kann auch ein Flucht aus der Enge und den Sorgen des Alltags sein und wie eine Droge wirken, leider auch mit den unerwünschten Nebenwirkungen. - Paare in der Lebensmitte erleben oft ein Vakuum an Lebenssinn.  Frauen erleben, dass sie von ihren Kindern und ihrer Familie immer weniger gebraucht werden. Sie spüren häufig immer weniger Sinn im Leben. Sie fragen sich dann, ob sie wohl mit vielleicht 40 Jahren noch für einen anderen Mann attraktiv sein könnten. - Männer können sich im mittleren Alter meist nicht mehr beruflich weiterentwickeln und verwirklichen. Sie erleben Stagnation. Verlockend ist es für sie, sich als Ersatz im Bereich der sexuellen Beziehungen zu verwirklichen und dort Selbstbestätigung zu finden. Viele möchten in der midlifecrisis mit ca. 45 Jahren, wenn die Grenzen der persönlichen Leistungsfähigkeit und persönlichen Möglichkeiten immer deutlicher werden, noch einmal ihre erotische Potenz und Männlichkeit unter Beweis stellen. So hat das sexuelle Abenteuer deshalb für viele einen solchen Reiz, weil es neue Erlebnisse und Kicks verspricht, weil es das Selbstwertgefühl aufzubauen verspricht und Menschen in Sex und Erotik der Monotonie und Sinnleere des Alltags entfliehen können. 

Sexuelle Untreue findet man häufig auch bei Menschen, die den Wert von Treue und Verantwortlichkeit noch nicht erkannt haben. Diese oft noch unreifen Menschen müssen durch Leidensdruck und Leiderfahrung  erst noch lernen, dass Treue und Verantwortlichkeit nicht leere moralische Formeln sind, sondern die Bedingung für dauerhaftes Glück in einer Paarbeziehung sind.  - Besonders Personen mit einer narzisstischen Persönlichkeit können leicht untreu werden. Der Narzisst/die Narzisstin  ist in sich selbst verliert und braucht immer wieder Fremdbestätigung. Er/sie kann sich nicht gut in andere Menschen einfühlen. Viele Sexkontakte können diesen Menschen der narzisstischen Selbstaufwertung dienen. Diese Menschen spüren häufig nicht, was sie durch sexuelle Untreue an fremden Leid verursachen.

   

Fallbeispiel 4 zum Thema Untreue und Selbstwertgefühl: Ich habe ein Ehepaar therapeutisch begleitet, das Kinder hatte und schon zwanzig Jahre zusammen war. Der Mann war aus irgendeinem Grund seit zwei Jahren in eine depressive Krise hineingeraten und nahm seine Frau kaum wahr. Die Frau fühlte sich aber schon viele Jahre davor unverstanden. Sie hatte ein Pferd, das sie liebte und mit dem sie viel Zeit verbrachte. Mit Unverständnis stand er der Tierliebe seiner Frau gegenüber, was sie sehr verletzte. In der Zeit seiner depressiven Phase übte er viel Kritik an seiner Partnerin und verfiel zeitweilig der Spielsucht mit seinem Computer. Die Frau litt sehr unter seiner mangelnden Beachtung und Wertschätzung. Kein Wunder, dass sie sich am Ende auch im Bett zurückzog. Sie war berufstätig und wurde einmal von ihrer Firma auf ein Weiterbildungsseminar geschickt. Am  Abend beim Glas Wein lernte sie einen anderen Kollegen kennen, der auch in der Firma, aber in einer anderen Stadt arbeitete. Mit ihm konnte sie über vieles sprechen, so dass sie sich nicht mehr einsam fühlte. Der sensible, freundliche und zugewandte Charakter dieses Kollegen und seine große Wertschätzung für sie als Frau faszinierte sie. Ihr Selbstwertgefühl stieg. Auch nach dem Seminar blieben blieben beide übers Handy in Kontakt und trafen sich sogar ein einziges Mal - heimlich. Ihr Mann entdeckte die sich anbahnende Beziehung, als er sich einmal die Handynummern seiner Frau ansah. Er tobte vor Eifersucht. Die Frau merkte, dass ihr Mann sie doch noch sehr liebte, auch wenn sie es in den vergangen Jahren kaum gespürt hatte. Zum Glück war es bislang zu keinem sexuellen Kontakt mit dem Kollegen gekommen, wie sie mir als Therapeuten in einem Einzelgespräch versicherte. Ich glaubte ihr. Mehrere Monate arbeitete ich mit dem Paar an den Kommunikationsdefiziten. Erstaunlicherweise riss das drohende Scheitern der Beziehung den Mann aus seiner depressiven Verstimmung. Er kämpfte nun um seine Frau. Seine wichtigste Einsicht, die die Beziehung rettete: Er musste sich viel mehr Zeit für seine Partnerin nehmen, mehr Anteil an ihren Interessen nehmen, Anteil an ihrer Tierliebe nehmen und ihr gegenüber viel mehr Wertschätzung entgegenbringen.

Perverse Praktiken - was ist davon zu halten?

Eine Frau fragte mich um Rat: Ihr Partner sei mit ihrem Sexualleben unzufrieden. Er wünschte sich noch eine zweite Frau im Bett, dann würde es mehr Spaß machen. Da meine Klientin sexuell von ihrem Partner abhängig war, kam sie in einen Konflikt: Sie fürchtete, den Freund zu verlieren, wenn sie "Nein" sagte". Zugleich scheute sie sich vor Sex zu Dritt, das wollte sie auf keinen Fall. - Zugleich las ich in einem bekannten Wochenmagazin, dass Sex zu Dritt eine vielversprechende "Bereicherung" des Sexuallebens sei. Das Magazin empfahl zum Beispiel Sex mit einer Frau und zwei Männern: "Der erste Mann nehme die Frau von hinten, die Frau verwöhne zugleich den zweiten Mann von vorn mit dem Mund."

Als Therapeut bin ich erst einmal sprachlos, wenn ich von solchen Wünschen und Vorschlägen höre. Ist das alles wirklich so harmlos und eine Bereicherung  des Sexuallebens? Was habe ich der ratsuchenden Frau geantwortet? Aus meiner Sicht war ihr Partner ein liebloser Egoist. Aus meiner Sicht gab es zwischen dem Paar keine wirkliche Liebe und seelische Verbundenheit, nur sexuelle Abhängigkeit. Sex, der nicht in einer echten Liebesbeziehung eingebettet ist, ist aber letztlich nicht befriedigend, nach dem Sex bleibt eine Leere zurück. Daher versuchte der Mann, das Reizniveau zu steigern, indem er eine zweite Frau im Bett forderte. Meine Klientin spürte, dass hier irgendetwas mit der Liebe nicht stimmte. Ich habe ihr empfohlen, ihre sexuelle Abhängigkeit von diesem Mann zu besiegen und sich von diesem lieblosen Egoisten zu trennen.

Aus meiner Sicht ist Sex zu Dritt eine zerstörerische Perversion. Die Beteiligten sehen in der/den anderen nur ein sexuelles Objekt. Es geht nur um oberflächliche Gier und Lustgewinn. Menschliches, Seelisches und Liebe und menschliche Würde haben hier nichts zu suchen. Wer so etwas häufig betreibt, wird mehr und mehr "seine Seele" verlieren, völlig unfähig zu wirklicher Liebe werden. Nicht einmal Tiere sind so gierig. Diese Menschen werden zu seelenleeren biologischen Maschinen, die nur nach dem Lustprinzip funktionieren. - Am Ende einer solchen Entwicklung werden nicht Glück, sondern innere Leere, Verzweiflung und Sinnlosigkeit stehen.

Literaturhinweise und Empfehlungen zur Vertiefung der Thematik:

-David Schnarch: Die Psychologie sexueller Leidenschaft

-Jürg Willi: Psychologie der Liebe

-Irmgard Hülsemann: Berührungen. Gespräche über Sexualität und Lebensgeschichte

 -Josef Christian Aigner: Vorsicht Sexualität! Sexualität in Psychotherapie, Beratung und Pädagogik - eine integrative Perspektive

-Jürgen Bendszus, Von Sehnsüchten, Ängsten und Wegen zum Sinn

© Dipl.-Päd. Jürgen Bendszus, Heilpraktiker für Psychotherapie 

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