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eine erprobte Technik es ist wirklich vollbracht!

 
Jürgen Bendszus, Dipl.-Pädagoge, berechtigt zur Psychotherapie (HPG)

 Selbstwertgefühl  - Selbstvertrauen aufbauen
 Teil I
Gründe für geringes Selbstwertgefühl - Positives Denken -  Selbstsicherheitstraining

Themen dieser Seite:

 

Fallbeispiele aus dem Alltag: wie fehlendes Selbstwertgefühl und geringe Selbstsicherheit die Lebensqualität beieinträchtigen

Selbstwert und Sexualität

Welche Ursachen und Hintergründe gibt es für mangelndes Selbstwertgefühl und fehlende Selbstsicherheit?

Wie können wir mehr Selbstwertgefühl und Selbstsicherheit gewinnen?

 




 

Ein zu geringes Selbstwertgefühl und fehlende Selbstsicherheit hängen häufig mit anderen seelischen Schwierigkeiten zusammen: Probleme in Liebe und Beziehung oder Probleme am Arbeitsplatz. Seelische Verstimmungen und psychosomatische Störungen können durch geringes Selbstwertgefühl vergrößert werden. Wenn ich mit meiner Freundin Streit habe, sinkt mein Selbstwertgefühl. Wenn der Chef in der Firma selten oder nie Anerkennung gibt, gehe ich mit mit einer gedrückten Motivation und einem verletzen Gefühl des Selbstwerts zur Arbeit. Depressive Verstimmungen können entstehen.

Umgekehrt kann Anerkennung von Menschen, die mir wichtig sind, helfen, depressive Verstimmungen, Partnerprobleme und andere Schwierigkeiten zu bewältigen.

 Bei starken Problemen mit dem Selbstwertgefühl kann das Training der Selbstsicherheit im Rahmen einer Therapie helfen, zu mehr innerer Sicherheit und Lebensfreude zu gelangen.

Ein geringes Selbstwertgefühl ist eine Ursache für geringe Selbstsicherheit nach außen und für fehlendes Selbstvertrauen in die eigenen Leistungen. Aber ein geringes Selbstwertgefühl kann auch durch eine äußere Scheinsicherheit oder gar Aggressivität verschleiert werden. Wir erleben dieses oft bei heranwachsenden machohaften, aggressiven männlichen Jugendlichen.

Beispiele für fehlende Selbstsicherheit aus dem Alltag

Karsten  ist 23 Jahre, Student, und wünscht sich eine Freundin. Aber er glaubt, nicht attraktiv genug zu sein. Er vergleicht sich ständig mit anderern jungen Männern und finden diese viele attraktiver als sich selbst. Er fürchtet, er würde zurückgewiesen, wenn er die nähere Beziehung zu einer Frau sucht.

Petra arbeitet in einer Anwaltskanzlei. Sie wird immer häufiger von ihrem Chef gedrängt, unbezahlte Überstunden zu leisten. Sie wagt es nicht, "nein" zu sagen ihre Wünsche nach Freizeitausgleich zu äußern.

Claudia ist Lehrling in der Stadtverwaltung. Sie hat es schwer, mit den erfahrenen Angestellten vertraut zu werden und hat Angst, Fehler zu machen. Bei informellen Kontakten und Feiern unter den Kollegen fühlt sie sich sehr unsicher und weiß nicht, was sie reden soll.

Simon ist mit 40 Jahren Abteilungsleiter in einem mittleren Unternehmen geworden. Er ist intelligent, sprachgewandt  und sieht mit seinem Vollbart attraktiv aus. Niemand kann sich vorstellen, dass er sich in Wirklichkeit in der neuen Führungsaufgabe überfordert fühlt. Das soziale Klima seiner Abteilung ist angespannt, es kommt immer wieder zu Konflikten. Simon versäumt es, als Abteilungsleiter bei Konflikten vermittelnd einzugreifen. Die häufigen Konflikte der Kollegen  beunruhigen ihn, aber er überlässt die Kollegen sich selbst. Die Untergebenen spüren seine Führungsschwäche und verlieren mehr und mehr die Achtung vor ihm.

Beate, 28 Jahre alt, ist mit ihrem Partner in einer Paartherapie. Das Problem: Beate hat am Sex nicht so richtig Lust. Beim Vorspiel ist sie gehemmt. Es ist kaum möglich, dass sie sich mit geöffneten Beinen vor ihren Partner legt, sich öffnet und er ihre Scham sehen kann. Am liebsten verkriecht sie sich unter der Bettdecke.

Geringes Selbstwertgefühl und geringe Selbstsicherheit - Ursachen und Hintergründe 

Menschen mit geringem Selbstwertgefühl glauben und fühlen von sich selbst: Ich habe nicht so viele Rechte wie andere - Ich bin weniger attraktiv als andere - Ich bin nicht so leistungsstark wie andere - Ich kann mich nicht durchsetzen - Andere sind stärker als ich - Andere sind liebenswerter und beliebter als ich - Ich bin nicht einverstanden mit mir - Ich fühle mich nicht in mir und in meinem Körper zu Hause - Ich kann mich selbst nicht lieben - Hoffentlich sieht mein Partner beim Sex nicht meine Fettpolster

Solche unbewussten Glaubenssätze und Gefühle führen zu unsicherem Verhalten in vielen Lebenssituationen und zu einem Verzicht auf eigene Bedürfnisse, Lusterlebnisse in der Liebe und Verzicht auf Rechte am Arbeitsplatz.

Warum haben manche Menschen mehr und andere weniger Selbstwertgefühl? Aus tiefenpsychologischer Sicht spielen die ersten Lebensjahre eine große Rolle. Je mehr Ermutigung und Bestätigung das kleine Kind von den Eltern und Angehörigen erlebt, um so stärker wird sein Selbstwertgefühl. Umgekehrt: Wird ein Kind früh abgelehnt, häufig bestraft, wird es sich auch selbst ablehnen. Beate, die Probleme hatte, sich beim Sex dem Partner zu öffnen, war seelisch sehr verletzlich, weil sie als Kind vom geliebten Vater viel zu wenig beachtet wurde und kaum Zärtlichkeit von ihm erfuhr. Was hatte sie falsch gemacht? War sie vielleicht hässlich? So waren ihre unbewussten Gedanken. Sie entwickelte bald eine Scheu vor Jungen und als Heranwachsende viele Unsicherheit gegenüber männlichen Jugendlichen. Am schwersten haben es Kinder, die ungewollt und unerwünscht auf die Welt gekommen sind. In ihrem ganzen Leben werden sie von ihrer (oft unbewussten) Sehnsucht nach Anerkennung und Geliebtwerden geleitet.



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 Dipl.-Päd. Jürgen Bendszus
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Durch Modelllernen und Identifikation kann das kleine Kind auch Persönlichkeitszüge der Eltern übernehmen. Ist zum Beispiel die Mutter selbst eine überängstliche und selbstunsichere Person, die sich selbst zu wenig achtet, kann das kleine Kind diese Einstellungen übernehmen.

Wenn Eltern zu hohe Erwartungen haben, von ihren Kindern nur Erfolge sehen wollen und Fehler als Katastrophen ansehen, kann sich beim Kind das Gefühl einstellen: "Ich bin nichts wert, weil ich die Eltern enttäusche und ihre Erwartungen nicht gut genug erfülle." Wie ständige überzogene Kritik führt auch häufiges unberechtigtes Lob nicht zu mehr Selbstvertrauen. Denn wenn ein Kind nicht weiß, warum es gelobt wird, kann es seine Stärken und Schwächen nicht realistisch an konkreten Gütemaßstäben einschätzen und bleibt verunsichert.

Ein überängstlicher Erziehungsstil ("Helikoptereltern"), ein überfordernder Erziehungsstil oder ein vernachlässigender Erziehungsstil können zu einer übermäßigen Ängstlichkeit und inneren Selbstunsicherheit der kindlichen Persönlichkeit führen. Wenn ein Baby oder kleines Kind ein Defizit an körperlicher Berührung durch Eltern oder Geschwister erlebt, wird das Körperselbst, die Basis der Persönlichkeit und des Selbstwertgefühls, geschwächt.

Spätere Erfahrungen in der Schule und in der Gruppe der Gleichaltrigen dürfen im Hinblick auf die Entwicklung von Selbstwertgefühl und Selbstsicherheit nicht unterschätzt werden. Erfolgserlebnisse in der Schule - bei Jungen besonders im Sport- können ungünstige Früherfahrungen korrigieren und das Selbstwertgefühl steigern. Wird ein Jugendlicher in eine Außenseiterposition gedrängt, häufig gehänselt oder erlebt er Gewalt, können diese Erfahrungen für das Selbstwertgefühl schädliche Auswirkungen haben. Körperliche Attraktivität und Stärke begünstigen die Entwicklung des Selbstwertgefühls, weil sie zu Beliebtheit und sozialer Anerkennung führen. Dennoch gibt es viele Menschen, die trotz körperlicher Attraktivität ein geringes Selbstwertgefühl haben. 

Frauen erleben mehr Selbstwertgefühl, wenn sie spüren, von anderen anerkannt und bestätigt zu werden - z. B. für ihr Äußeres, aber auch für ihre Persönlichkeit. Wenn sie fühlen, anderen sympathisch zu sein, steigt ihr Selbstwertgefühl. Männer legen eher Wert auf Wettbewerb und den Leistungsvergleich. Daher hat ein Sieg im Sport eine große Bedeutung für das männliche Selbstwertgefühl. Auch körperliche Größe und Überlegenheit stärken das Selbstwertgefühl und die innere Sicherheit und Gelassenheit.

Negative Selbstgespräche halten das negative Selbstbild aufrecht

Wussten Sie, dass wir in Selbstgesprächen tausendmal mehr zu uns selbst als zu anderen Menschen sprechen? Bei kleinen Kindern können wir noch gut beobachten, wie sie beim Spielen ständig zu sich selbst sprechen. Diese Selbstgespräche mit zunehmendem Alter werden mehr und mehr verinnerlicht, sie laufen unbewusst ab, aber sie hören auch bei Erwachsenen nie auf. Durch Selbstgespräche oder innere Dialoge bewerten wir uns unbewusst ständig selbst - entweder eher positiv (= gutes Selbstwertgefühl, hoher Selbstwert) oder negativ (= negatives Selbstwertgefühl, niedriger Selbstwert) 

Scheue und wenig selbstbewusste Menschen können zum Beispiel im inneren Selbstgespräch ständig zu sich sagen: Ich bin ein Versager - Ich habe immer Pech - Ich kann nie Nein sagen - Die anderen haben immer Glück im Leben - Wer einmal Schwierigkeiten hat, hat sie immer - Andere sind besser als ich - Wenn ich nicht schnell Erfolg habe, dann kommt er überhaupt nicht zustande - Die anderen können mich nicht verstehen - Ich kann mich nicht entscheiden - Ich  haben über meine eigenen Gefühle keine Kontrolle - Ich wirke auf andere unsympathisch - Wenn ich öffentlich was sage, werde ich abgelehnt ... usw. 

Diese negativen Selbstbewertungen sind Ausdruck eines negativen Selbstbildes: Während die betreffende Person von sich selbst ein ungünstiges Bild hat, überschätzt sie andere Menschen. Diese negativen Selbstgespräche führen dazu, dass unsichere Menschen dazu neigen, sich eher zurückzuhalten oder zurückzuziehen. Sie sind wenig risikobereit. Sie weichen in Konflikten aus, nehmen ihre Rechte nicht wahr. Sie lassen Lebenschancen vorbeiziehen. Sie lassen sich in Partnerbeziehungen ausnutzen, auch sexuell! 

Besonders jugendliche Mädchen sind gefährdet, da sie aufgrund ihrer Entwicklungsstufe und noch nicht verarbeiteter biologischer Veränderungen der Pubertät naturgemäß ein geringes Selbstwertgefühl haben. Häufige Sexualkontakte können dazu dienen, ein geringes Selbstwertgefühl vorübergehend zu kompensieren. Aber die Jugendliche kann es dennoch spüren, wenn sie nicht wegen ihrer Persönlichkeit sondern nur wegen des Sex geliebt wird. -  Als Folge kann wie in einem Teufelskreis durch fehlende Erfolgserlebnisse, fehlende Selbstbehauptung und gar sexuellen Missbrauch das Selbstwertgefühl immer niedriger werden. Unzufriedenheit, innere Aggressivität, Depressivität, Ängste und psychosomatische Störungen können die Folge sein. - In meinem  Buch über die Sehnsucht habe ich beschrieben, wie die unerfüllte Sehnsucht nach mehr Selbstwertgefühl auch in späteren Beziehungen zum Scheitern der Liebe und zum Zerstören des Glücks führen kann.

In der Partnerschaft aber auch anderen Beziehungen fällt es Menschen mit geringem Selbstwertgefühl schwer, Nähe und Distanz zu regulieren. Das heißt, es fällt ihnen z. B. schwer, Grenzen zu ziehen, wenn es angebracht ist. Es fällt ihnen schwer "nein" zu sagen, beispielsweise im Bereich der Sexualität oder gegenüber Wünschen anderer in den verschiedensten Lebensbereichen. In erotischen Beziehungen können sich selbstunsichere Frauen sexuell leicht  ausnutzen lassen. Unsichere Männer leiden in erotischen Beziehungen oft unter Versagensangst. Sie befürchten zum Beispiel auch, dass ihr Penis unzulänglich ist. Solche Befürchtungen können zu Erektionsproblemen oder vorzeitigem Samenerguss führen und sind dann oft ein Fall für den Sexualtherapeuten.

Wie können wir mehr Selbstwertgefühl und Selbstsicherheit gewinnen?

Verschiedene Strategien führen zu einem wachsenden Selbstwertgefühl und zunehmende Selbstsicherheit: 

Lies weiter!    Teil II:  Selbstvertrauen aufbauen

 

 

Literatur zur Vertiefung: 

- Zeitschrift Psychologie heute, April 2005 

-  Friederike Potreck-Rose/Gitta Jacob: Selbstzuwendung, Selbstakzeptanz, Selbstvertrauen. Psychotherapeutische Interventionen zum Aufbau von Selbstwertgefühl, 4. Aufl. 2007 (Klett-Cotta Verlag)  

Verena Kast: Trotz allem Ich. Gefühle des Selbstwerts und die Erfahrung von Identität, 2003 (Herder Verlag)

Jürgen Bendszus: Von Sehnsüchten, Ängsten und Wegen zum Sinn. Einführung in die sinnorientierte Psychologie, 2017

 

© 2016 Jürgen Bendszus, Dipl.-Pädagoge, berechtigt zur Psychotherapie (HPG)

 

 

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