Wie Leben gelingen kann
 
                                                    
 

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Heilsame Kommunikation in der Partnerschaft

wie Liebe gelingen kann ...

8 Basics für die gelingende Beziehung

1. Vorwürfe unterlassen

2. Stärkendes Zuhören üben und Empathie

3. Auf Vergeltung verzichten

4. Mit heißen Themen wie Sex und Geld umgehen lernen

5. Konflikte lösen

6. Verhaltenszüge des Partners können Sie ändern, aber nicht seine Persönlichkeit 

7. Die fünf Sprachen der Liebe: Liebe so ausdrücken, dass sie ankommt 

8. Sich entschuldigen - vergeben können

Ist eine glückliche Partnerbeziehung eine Illusion?


Eine lange, gute Partnerbeziehung kann fast allen Menschen gelingen. Aber: Genauso, wie wir unsere Sprache  lernen müssen, müssen wir es auch lernen zu lieben.

Liebe ist mehr als Verliebtheit! Denn in der Liebe akzeptieren wir unseren Partner nicht nur mit seinen Stärken, sondern auch mit seinen Schwächen. Das ist nicht leicht, den anderen mit seinen Schwächen und Grenzen anzunehmen. Besonders in den  unvermeidbaren Krisen und Konflikten  sind wir herausgefordert, den anderen, so wie er in seiner Persönlichkeit ist, anzunehmen - ohne die eigenen Bedürfnisse und Interessen zu verleugnen und zu verdrängen. In den Krisen lernen wir zu lieben.

Genauso, wie eine Sprache verkümmern kann, wenn wir sie nicht pflegen, kann eine Liebe verkümmern, wenn wir unseren Partner/unsere Partnerin und die Beziehung vernachlässigen. Am Ende stehen dann Schmerz, Verzweiflung, Groll und Trennung.

Was müssen wir tun, damit es erst gar nicht soweit kommt? Wie können wir eine Liebesbeziehung bewahren und positiv weiterentwickeln? Und was können wir machen, wenn es schon zu ernsten Konflikten und Krisen gekommen ist und die Probleme immer größer werden? Kann man eine Beziehung noch retten, wenn alles schon hoffnungslos aussieht?

 

 

8 "Basics" oder Grundregeln für eine gelingende Beziehung

können Ihnen helfen, auch nach der Phase der Verliebtheit glücklich zu bleiben oder wieder glücklich zu werden.

1. Vorwürfe unterlassen

Wenn uns andere Menschen enttäuschen, reagieren wir leicht mit Vorwürfen. Diese Einstellung haben wir schon früh von unseren Eltern gelernt. Die Neigung zu Vorwürfen ist tief verwurzelt. Dennoch: Vorwürfe schaden der Beziehung, sie bewirken wenig und führen beim Partner zu Abwehr, Schuldgefühlen und Rückzug. Daher: zeigen Sie Ihrem Partner Ihre Wünsche in "Ich-Botschaften"! Zeigen Sie ihm/ihr, wie Sie sich fühlen, wenn Ihre Bedürfnisse nicht beachtet werden. Beispiele für Ich-Botschaften:

"Wenn Du am Wochenende keine Zeit hast, fühle ich mich traurig."  -  "Wenn Du mir nicht sagst, wann Du am Abend nach Hause kommst, mache ich mir Sorgen." - "Wenn Du mich anschreist, macht mir das Angst und verletzt mich das." - Diese Selbstoffenbarung Ihrer inneren Welt hilft dem Partner, sich über die Wirkungen seines/ihres Handelns klar zu werden. Dadurch kann der/die Partner/in Ihren Wünschen leichter entgegen kommen, als wenn Sie mit Vorwürfen und Aggressionen reagieren.

Aus der Gesprächstherapie nach Carl Rogers wissen wir: Allein dadurch, dass der Therapeut den Sorgen des Klienten mit Empathie (Einfühlung in seine emotionale Welt) zuhört, können heilsame Prozesse entstehen.

Das Zuhören mit Empathie erleichtert es der Klientin, sich die eigenen Sorgen "von der Seele zu reden". Was in der Psychotherapie gut ist, ist auch in der Partnerbeziehung gut.

2. Stärkendes Zuhören üben und Empathie

Gehen Sie mit Empathie auf Ihre/n Partner/in ein. Betrachten Sie die Probleme in Ihrer Beziehung und andere Sorgen Ihres Partner so wie sie/er  diese Probleme mit ihren/seinen eigenen Augen und Gefühlen sieht!

Beispiel: Ihr Partner kommt mürrisch, unzufrieden von der Arbeit nach Hause. Denken Sie nicht sofort daran, Sie selbst hätten etwas falsch gemacht. Vielleicht hatte ihr Partner Probleme mit den Kollegen. Fragen Sie ihn einfach nach möglichen Problemen: Zum Beispiel: "Du siehst heute abend nicht so glücklich aus, vielleicht hattest Du einen schweren Tag?" Oder: "Du wirkst heute müde und gestresst, ich kann mir vorstellen, dass Du jetzt erst einmal abschalten willst." Wenn Ihr Partner zu reden beginnt, lassen Sie ihm/ihr Zeit! Achten Sie auch auf die tieferen Emotionen, die hinter seinen Worten stehen! Hat er sich über irgend jemand geärgert? Fühlte er sich überfordert? Hatte ihn irgend jemand gekränkt oder verletzt? Oder ist er einfach nur müde?

Häufig reden wir nur über Oberflächlichkeiten. Wenn wir uns jedoch in die innere Welt des Partners und der Partnerin mehr einfühlen, werden wir besser seine und ihre Sorgen verstehen. Das vermindert Spannungen in der Beziehung und fördert die gegenseitige Zuneigung.

Das Problem: Viele Menschen, besonders Männer, haben kaum Worte für ihre tieferen Emotionen. Und viele Menschen neigen dazu,  ihre Gefühle zu verdrängen, besonders wenn es um Ängste, Überforderung, Hilflosigkeit, Scham und andere unangenehme Gefühle geht. Wer zu wenig Zugang zu eigenen tieferen Gefühlen hat, wird auch den Partner nicht verstehen. Das bringt Spannungen in die Beziehung. Mit diesen Problemen haben wir es dann als Berater und Therapeuten häufig zu tun.

3. Auf Vergeltung verzichten

Beispiel: Ihr Freund hat Sie sehr geärgert, indem er auf einer Party heftig mit einer anderen geflirtet hat. Spontan sagen Sie zu ihm: "Wie Du mir, so ich Dir", und Sie selbst suchen nun jemand, mit dem Sie flirten können. Sie wollen es Ihrem Freund heimzahlen. Sie wollen ihn bestrafen, weil er Sie durch sein Flirten so verletzt hat. Auch Ihr Selbstwertgefühl verträgt es nicht, wenn Ihr Freund mit jemand anders flirtet.

Sie könnten Ihren Freund auch noch ganz anders bestrafen, etwa indem Sie mit 3 Tage lang nicht mehr sprechen, ihm Sex vorenthalten usw.  . Welche Vergeltungs-Methode Sie auch wählen - keine hilft Ihnen und Ihrer Beziehung wirklich. Wenn Sie Ihren Freund auch wieder verletzen, verschlechtert sich Ihre Beziehung. Außerdem ändern Sie nichts an den Motiven und Wünschen Ihres Freundes.

Besser ist die Methode der Selbstoffenbarung Ihrer Gefühle: Vermeiden Sie Vorwürfe, bohrende Fragen und jede Form der Vergeltung. Aber zeigen Sie Ihrem Freund in einer günstigen Gelegenheit, welche Gefühle er durch sein Flirten bei Ihnen auslöst, sagen Sie Ihm, dass es Ihnen nicht gut geht und dass Sie sich verletzt fühlen. Wenn er Sie liebt, wird er darauf achten, Sie in Zukunft nicht mehr durch Flirten zu verletzen! Es gibt viele andere Konflikte in der Beziehung, die besser durch ein offenes Gespräch, aber nicht durch Vergeltung gelöst werden.

4. Mit heißen Themen wie Sex und Geld umgehen lernen

Sex: Es kann viele Gründe haben, wenn beim Sex Ihre Wünsche nicht erfüllt waren. Häufig spielen tiefere, unbewußte Konflikte und Ängste eine Rolle, auch ein geringes Selbstwertgefühl und Unsicherheiten. Dann kann es Ihnen sehr helfen, wenn Sie gemeinsam einen Berater oder Therapeuten um Unterstützung bitten.  In einem Beratungsfall hat mich ein Ehepaar, das 20 Jahre lang verheiratet war, sehr überrascht. Obwohl sich beide in und auswendig kannten, hatten beide nicht genügend Mut, eigene sexuelle Wünsche auszusprechen.

Daher: Wenn Sie nicht bekommen, was Sie sich wünschen, bitten Sie darum! Verraten Sie dem Partner und der Partnerin, was Sie gern beim Sex mögen! Seien Sie aber auch ehrlich: Wenn Sie keine Lust auf Sex haben, sagen Sie das! Dann sollte der andere noch einmal fragen, ob Sie wirklich kein Sex wollen. Bleibt es beim "Nein", sollte der andere das akzeptieren und "okay" sagen. Aber dann könnten Sie die Überraschung erleben, dass nach solcher Ehrlichkeit plötzlich die Lust nach Liebe bei Ihnen beiden wieder aufflackert. Überlassen Sie in der Liebe nicht alles dem Zufall! Reservieren Sie sich Zeiten für die Liebe, in denen Sie ungestört - z. B. von den Kindern - zärtlich sein können. Suchen Sie auch einmal neue, ungewohnte Orte für den Sex aus! Seien Sie auch in der Sexualität kreativ und haben Sie ein bisschen Mut! Sexualität hat viel mit Selbstvertrauen zu tun. Daher: seien Sie auch in anderen Lebenssituationen mutig, seien Sie ein bisschen risikobereit - nicht verantwortungslos!-  und arbeiten Sie an Ihrem Selbstvertrauen! Mehr  zum Thema auf der Seite Sexualpsychologie !

Geld: Streit um Geld kann eine Beziehung ernsthaft beeinträchtigen. Entweder ist zum Beispiel einer zu  verschwenderisch oder zu geizig. Wenn Sie Probleme damit haben, dass der andere zu verschwenderisch oder zu geizig ist, sollten Sie nach den tieferen Motiven fragen. Suchen Sie das Gespräch, aber vermeiden Sie Vorwürfe und Anklagen!

 Hinter Geiz kann die Angst stecken, dass ohne Geld die Bedürfnisse nach Sicherheit und Unabhängigkeit bedroht sind. Hinter Verschwendungssucht kann ein geringes Selbstwertgefühl stehen. Manche Menschen brauchen immer wieder neue Kleider oder Autos, um ihr schwaches Selbstwertgefühl zu steigern. Manchmal stecken hinter übermäßigen Geldausgaben tiefere Probleme: Eine Mutter kaufte sich ein neues Auto, nachdem ihre Tochter auf tragische Weise ums Leben gekommen war!

Wenn Ihr Partner nicht mit Geld umgehen kann, sagen Sie ihm, dass Sie darüber unglücklich sind! Zeigen Sie ihm auch deutlich Ihre eigenen Bedürfnisse und Interessen! Manchmal stecken hinter Konflikten um Geld auch Machtkämpfe, Kämpfe um Einfluss und Stärke in der Beziehung. Wenn Sie sich unterlegen fühlen, dürfen Sie nicht aufgeben! Sagen Sie, dass Sie ein Recht auf Mitbestimmung auch in Geldfragen haben. Lassen Sie aber nicht zu, dass wegen eines Machtkampfes um Geld ein Konflikt eskaliert und Ihre Beziehung Schaden nimmt. Warum sollten Sie sich nicht auch bei einem solchen Problem bei einer dritten Person Unterstützung und Rat holen? Bleiben Sie nicht allein mit Ihren Problemen!

5. Konflikte lösen

Manche Paare sagen, dass sie nie streiten. Wenn Psychologen dieses hören, sind sie skeptisch. Denn wenn Streitpunkte nicht zur Sprache kommen und unter den "Teppich gekehrt werden", besteht die Gefahr, dass Gefühle, Bedürfnisse und Unzufriedenheiten verdrängt werden. Wenn auch noch ein Partner zumeist der Sieger und der andere immer der Verlierer ist, steigt die Gefahr, dass die Beziehung zu Bruch geht. Wer immer bei Konflikten verliert, wird auch in seinem Selbstwertgefühl verletzt. Dieser Partner wird sich möglicherweise außerhalb der Beziehung Anerkennung und Erfolgserlebnisse suchen, zum Beispiel durch Fremdgehen ! Eine Außenbeziehung kann also aus dem Grund eingegangen werden, weil sich die Frau oder der Mann besonders in Konflikten häufig unterlegen fühlt und sich in der Außerbeziehung die Erfüllung seiner/ihrer Bedürfnisse erhofft. Daher ist es wichtig zu lernen, Konflikte anzusprechen und Streitpunkte zu lösen. Wenn sich ein Partner zu schwach fühlt, sollte er sich vorübergehend Beratung und Unterstützung von außen suchen, auch durch einen professionellen psychologischen Berater. Hilfe von außen ist besonders dann nötig, wenn Konflikte schon alt und festgefahren sind. Wenn Paare seit Jahren einen destruktiven Konfliktstil anwenden und sich unbefriedende Situationen immer häufiger wiederholen, brauchen sie professionelle Hilfe.

In der Paarberatung könnten sie dann zum Beispiel die sechsstufige Methode der Konfliktlösung nach Thomas Gordon lernen: 1. Definieren Sie das Problem - 2. Ermitteln Sie alle möglichen Lösungen  - 3. Bewerten Sie die ermittelten Lösungen - 4. Wählen Sie die vielversprechendste Lösung aus - 5. Setzen Sie die Lösungen in die Tat um - 6. Überprüfen Sie die Wirksamkeit der Lösungen  

Das Wichtigste: In der Paarbeziehung sollte niemals nur einer immer der Sieger und der/die andere immer der/die Verlierer/in sein. Bedürfnisse sollten offen angesprochen werden. Es sollte auch die Bereitschaft zum Nachgeben vorhanden sein. Dann kann sich Ihre Liebesbeziehung positiv weiterentwickeln!

6. Verhaltenszüge des Partners können Sie ändern, aber nicht seine Persönlichkeit

Beispiel: Eine junge, verliebte Frau glaubte, ihren alkohol- und medikamentenabhängigen Freund heilen zu können, wenn sie ihn heiraten würde. Diese Hoffnung ist leider in den meisten Fällen eine Illusion, wo es um tiefere Persönlichkeitsstrukturen und jahrelang entwickelte Einstellungen und Verhaltensmuster geht. Weil sich die Persönlichkeit, die einzelnen Charakterzüge Ihres Partners, in vielen Jahren oder Jahrzehnten aufgebaut haben, werden Sie diese kaum verändern können. Tiefenpsychologen sind davon überzeugt, dass sich die Grundstruktur der Persönlichkeit in den ersten sechs Lebensjahren aufbaut. 

Können Sie denn gar nichts verändern? Durchaus, sie können äußere Verhaltensweisen Ihres Partners/Ihrer Partnerin, die Sie stören und sogar kränken, in bestimmten Grenzen verändern. Beispiele für Verhaltenszüge, die sich ändern können: Übermäßige Verschwendung von Geld  -  wenn einer den Geburtstag des anderen vergisst  -  wenn Ihrem Freund das Auto wichtiger als andere Freizeitbeschäftigungen zusammen mit Ihnen sind (vorausgesetzt er liebt Sie!)  -  wenn einer zu wenig Wert auf sein Äußeres legt  -  wenn sich einer vor der gerechten Verteilung der Hausarbeit drückt  -  wenn einer zu geringe Aufmerksamkeit im Hinblick auf Ihre Wünsche und Bedürfnisse hat ....

Schwieriger wird es aber, wenn: ... Sie einen Partner haben, der immer bestimmen will, oder der sich schnell erregt, der übermäßig schüchtern ist, dem die Arbeit wichtiger als die Beziehung ist, der über Gefühle nicht sprechen kann. Noch schwieriger wird es, wenn es um Abhängigkeiten geht wie übermäßiges Alkoholtrinken, Spielsucht, Sexsucht, Arbeitssucht, oder wenn sich Charakterzüge zeigen wie: Perfektionismus, Unfähigkeit zur Selbstkritik, Narzissmus (Egoismus und übermäßige Selbstbezogenheit), übermäßige Aggressivität, Lebensängste, starkes Misstrauen usw. ..............  Denn hier geht es um tiefer verwurzelte Persönlichkeitszüge, die eine lange Entstehungsgeschichte haben, an denen Sie als Partner/in wenig ändern können.

Häufig ändern sich Menschen erst nach viel Leid wie zum Beispiel nach einer Trennungserfahrung. In meiner Arbeit in der Suchtkrankenhilfe habe ich erlebt, wie Menschen - häufig Männer- erst dann bereit waren, sich zu ändern, wenn sie alles verloren hatten: ihre Arbeit, ihre Wohnung, ihre Frau, ihre Kinder. Erstaunlicherweise kommen aber sehr oft nach der Geburt von Kindern positive Veränderungen. Kinder fordern uns heraus, führen uns an unsere persönlichen Grenzen, Eltern müssen oft nachgeben. Gerade aber solche Erfahrungen mit Kindern führen oft zur Änderung von Persönlichkeitszügen, an denen andere leiden: Durch Kinder verlieren die Liebespartner oft ihre übermäßige Selbstbezogenheit, ihren übermäßigen Ehrgeiz, ihre Unnachgiebigkeit und werden zu einfühlsamen Menschen.

Paradoxerweise erzeugen direkte Versuche, den Partner zu ändern, Widerstand. Wenn Sie jedoch Ihren Partner annehmen, wie er/sie nun einmal ist, kann es erstaunliche Veränderungen geben. Beispiel: Timo lag seiner Freundin ständig in den Ohren, sie solle mehr abnehmen. Sie wehrte sich und nahm sogar noch zu. Erst als er aufhörte, sie wegen ihres Gewichtes zu kritisieren, entschied sie sich, etwas für ihre Figur zu tun und nahm ab.

7. Die fünf Sprachen der Liebe - Liebe so ausdrücken, dass sie ankommt

Der amerikanische Eheberater Gary Chapman schrieb den Bestseller "Die fünf Sprachen der Liebe". Chapman fragte sich: Wie kann die Liebe nach der vorübergehenden Phase der Verliebtheit aufrechterhalten und vertieft werden? Wie kann eine gestörte Partnerbeziehung wieder geheilt werden?

Er entdeckte: Viele Paare haben Defizite in der Kommunikation: Es gelingt den Liebespartnern nicht, ihre Liebe so auszudrücken, dass sie ankommt und der/die andere spürt: "Ich werde geliebt". Chapman entdeckte: Menschen sprechen und verstehen unterschiedliche "Sprachen der Liebe". 

Er entdeckte 5 Sprachen der Liebe: a) Lob, Anerkennung und Ermutigung - b) Zweisamkeit - "Zeit nur für Dich" - c) Geschenke, die von Herzen kommen  d) Hilfsbereitschaft - e) Zärtlichkeit 

Wir müssen verstehen, für welche Sprache der Liebe unsere Partnerin und unser Partner besonders empfänglich ist. Es gibt Menschen, die brauchen besonders Lob und Anerkennung, damit sie sich geliebt fühlen. Andere fühlen sich akzeptiert und geliebt, wenn man ihnen Geschenke man. Für andere ist Zweisamkeit oder  Zärtlichkeit das Wichtigste im Leben und Zeichen von Liebe. Wenn wir die Liebessprache des anderen nicht kennen und seine Liebessprache nicht sprechen, dann sind Enttäuschung und Einsamkeit in der Beziehung die Folge. Dann wird der Liebestank des Partner immer mehr geleert. Schließlich wird keine Liebe mehr gespürt. Die Gefühle trocknen aus. Vielleicht wird die Liebe dann in einer Außenbeziehung gesucht. 

a) Lob und Anerkennung

Wenn die Sprache der Liebe Ihres Partner Lob und Anerkennung ist, sollten Sie Ihren Partner und Ihre Partnerin häufig loben und Worte der Ermutigung aussprechen. Beispiele: "Du siehst gut aus in Deinem neuen Anzug" - "Dein Parfüm duftet heut fantastisch!" - "Deine schönen Augen mag ich besonders" - "Dein Essen hat mich sehr gut geschmeckt" - "Es war schön, mit Dir zu schlafen"  usw.  Wichtig: Was Sie Ihrem Partner sagen, muss ehrlich sein. Echtheit in der Kommunikation ist in allen Beziehungen sehr wichtig. Unehrlichkeit in der Liebesbeziehung verletzt und führt zu tiefen Selbst-Zweifeln  beim Partner und bei der Partnerin. Ermutigung, ermutigende Worte haben eine besonders positive Wirkung. Beispiel: Ihre Partner ist in der Fahrschule und macht den Führerschein. Sie hat aber wenig Selbstvertrauen. Jetzt können Sie Ihre Partnerin ermutigen, besonders wenn sie über Fehler in der Fahrstunde unglücklich ist: Sagen Sie  zum Beispiel: "Dein Fahrfehler ist nicht so schlimm, beim nächsten Mal wirst Du es besser machen" - oder: "Fehler machen alle Fahrschüler. Selbst erfahrene Autofahrer machen Fehler. Du wirst die Prüfung schon schaffen. Sei nicht enttäuscht!"

b) Zweisamkeit - "Zeit nur für Dich"

Eine Ehefrau sagte einmal: "Mein Mann versorgt unsere Familie gut, aber er hat nie Zeit für mich." Sie fühlte sich einsam und nicht geliebt. Ein erfolgreicher Manager rechtfertigte sich einmal wegen seiner geringen Zeit für die Familie so: "In fünf Jahren werde ich dorthin angekommen sein, wo ich hin will. Und ich tue alles nur wegen meiner Familie." Frage des Therapeuten: "Wollen Sie ganz allein oben auf der Leiter Ihres Erfolges ankommen?" Dieser Manager hatte nicht erkannt, wie sehr er seine Ehe durch sein Erfolgsstreben gefährdet hatte. Für seine Frau war aber Zweisamkeit wichtiger als beruflicher Erfolg. Sie fühlte sich geliebt, wenn Ihr Mann Zeit für sie hatte und sie beide gemeinsam reden oder etwas unternehmen konnten.

Was bedeutet Zweisamkeit? Es bedeutet mehr als räumliche Nähe beider Partner. Beide könnten zum Beispiel fernsehen ohne miteinander zu reden. Das ist nicht die Zweisamkeit, um die es hier geht. Das Gefühl der Zweisamkeit stellt sich erst ein, wenn Sie Ihrem Partner/Ihrer Partnerin in die Augen sehen und ihm/ihr ungeteilte Aufmerksamkeit schenken. Zu Zweisamkeit gehört der Austausch über eigene Gedanken, Gefühle und Sehnsüchte. Das kann der Austausch über die Entwicklung oder Probleme der eigenen Kinder sein, es kann das Gespräch über vergangene Erlebnisse oder über gemeinsame Reisepläne sein. Zweisamkeit bedeutet Selbstoffenbarung: Das Gespräch über Empfindungen und tiefere Gefühle. Leider haben es viele Menschen, besonders Männer, nicht gelernt, über ihre Gefühle zu sprechen und Gefühle zu verstehen.. Beispiel: Eine Frau sprach mit ihrem Mann immer wieder über Probleme bei der Arbeit. Der Mann gab ihr Rezepte und Ratschläge, wie sie sich verhalten sollte. Die Frau fing aber immer wieder an, über ihre Arbeitsprobleme zu reden, bis ihr Mann ärgerlich wurde. Sie wollte aber gar keine Ratschläge, sondern das Mitgefühl und die Anteilnahme des Mannes. Ihr Mann spürte ihre Gefühle nicht. - Es gibt verschiedene Wege, mehr Zugang zu den eigenen Gefühlen zu finden. In meiner Beratungsarbeit fordere ich zum Beispiel meine Klienten auf, ihre Träume aufzuschreiben und über sie zu sprechen. Auch wenn Sie ein Tagebuch über Ihre Erlebnisse führen, finden Sie mehr Zugang zu Ihren Gefühlen, über die Sie dann mit Ihrem Partner sprechen können. So werden Sie beide Liebe und Geborgenheit spüren.

c) Geschenke, die von Herzen kommen

In allen Gesellschaften und Kulturen spielen Geschenke als Ausdruck von Wertschätzung und Zuneigung eine große Rolle. Für manche Menschen ist es besonders wichtig, Geschenke von ihrem Liebespartner zu erhalten. Dann fühlen sie sich angenommen und geliebt. Ein Geschenk kann man in die Hand nehmen und sagen: "Sie/er hat mich nicht vergessen. Ich bin ihm/ihr wichtig, darum habe ich das Geschenk erhalten." Wenn Sie Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin ein Geschenk machen, ist dies ein Zeichen dafür, dass Sie an ihn/sie denken. Warum sollten Sie Ihrer Partnerin nur dann Blumen schenken, wenn sie Geburtstag hat? Überraschen sie die Partnerin immer mal wieder mit einem unerwarteten Blumenstrauß oder anderen Geschenk! Besonders dann, wenn das Schenken die Sprache der Liebe Ihrer Partnerin ist, wird Ihre Beziehung hierdurch gefördert und die gegenseitige Liebe verstärkt.

d) Hilfsbereitschaft

In unserer Ego-Gesellschaft sind Werte wie Hilfsbereitschaft oder gar Dienen nicht hoch im Kurs. Egoismus, Entsolidarisierung, Anspruchsdenken und Spaß-haben-wollen - so beschreibt der populäre Fernsehjournalist Peter Hahne unsere Gesellschaft in seinem Bestseller "Schluss mit lustig. Das Ende der Spaßgesellschaft". Selbstverwirklichung wird in unserer Gesellschaft auf die Spitze getrieben, so weit, dass selbst Kinder ein Störfaktor werden. Kein Wunder, wenn so viele Beziehungen wieder auseinandergehen, wenn jeder nur an sich selbst denkt! - Dabei könnte so manche Beziehung gerettet werden, wenn die Partner mehr gegenseitige Hilfsbereitschaft zeigen würden! Auch wenn es konservativ, unzeitgemäß oder provozierend klingt, sage ich: Wenn Liebespartner mehr bereit wären, sich gegenseitig zu dienen, würde es viel mehr Liebe in den Beziehungen geben. Im Neuen Testament hat jener Mann aus Nazareth, den sie Jesus nannten, einer der größten Weisheitslehrer der Menschheit, es vorgemacht, was Liebe durch Dienen bedeutet: Er nahm Schüssel und Handtuch und wusch seinen Nachfolgern die Füße! 

Für manche Liebespartner ist es besonders wichtig, wenn der andere durch Hilfsbereitschaft seine Liebe ausdrückt. Vielleicht hat Ihre Partnerin Probleme mit dem Computer. Dann könnten Sie ihr helfen, und Ihre Beziehung kann sich verbessern. Häufig sind Frauen in technischen Angelegenheiten nicht so erfahren. Besonders dann, wenn für die Partnerin Hilfsbereitschaft die Sprache der Liebe ist, kann der Mann durch Unterstützung bei praktischen Alltagsproblemen die Liebe der Partnerin verstärken -  wenn er Gelassenheit zeigt und die Partnerin bei Ungeschicktheiten nicht "klein" macht.

e) Zärtlichkeit

Zärtlichkeit ist ein elementares menschliches Bedürfnis. Wenn Kleinkinder zu wenig Zärtlichkeit erhalten, erkranken sie seelisch wie auch körperlich. Dasselbe gilt auch für die Liebesbeziehung von Erwachsenen: Der Liebestank der Partner leert sich, wenn es zuwenig Zärtlichkeit gibt. Umgekehrt: Zärtlichkeiten wie Küssen, Umarmen, das Berühren der Hände, das Streicheln und schließlich der sexuelle Kontakt sind für jede Liebesbeziehung von großer Bedeutung. 

Dennoch unterscheiden sich Liebespartner darin, welchen Wert sie der Zärtlichkeit geben. In einer Paarberatung sagte mir die Frau spontan: "Meine Sprache der Liebe ist Lob und Anerkennung". Ihr Ehemann: "Für mich ist Zärtlichkeit die Sprache der Liebe. Damit meine ich mehr als Sex."  - In einer anderen Beziehung kochte die Frau leidenschaftlich gern. Sie war enttäuscht, dass sie von Ihrem Mann hierfür nicht die entsprechende Anerkennung erhielt. Doch ihr Partner legte viel mehr Wert auf gemeinsame Zärtlichkeiten. Die Frau wusste nicht, dass die Liebe bei Ihrem Mann "nicht durch den Magen ging", sondern ihr Mann bei körperlichen Berührungen am meisten Liebe verspürte und durch Zärtlichkeiten selbst am meisten Liebe geben konnte. - Wenn für einen Liebespartner die Sprache der Liebe die Zärtlichkeit ist und er mit diesem Bedürfnis häufig Frustrationen und Enttäuschungen erlebt, wächst die Gefahr, dass er in einem Seitensprung sein Glück sucht.

Besonders in Krisenzeiten, wenn es Ihrem Partner und Ihrer Partnerin nicht gut geht, können Sie ihm/ihr durch Zärtlichkeiten helfen. Das Streicheln des Gesichtes oder das Umarmen können Wunder bewirken. Umgekehrt: Wenn für einen  Liebespartner die Sprache der Liebe die Zärtlichkeit ist, kann es ihn/sie sehr verletzen, wenn er/sie in Krisenzeiten keine körperliche Nähe erfahren kann.

Wenn für Sie Zärtlichkeit die Sprache der Liebe ist, können Sie Ihren Partner und Ihre Partnerin darum bitten, Ihnen viel Zärtlichkeit zu geben. Wenn sie Ihre Wünsche verschweigen und Ihre Bedürfnisse unerfüllt bleiben, sollten Sie nicht glauben, der Partner liebt Sie nicht mehr. Vielleicht weiß er/sie gar nicht, welche Bedeutung für Sie die Zärtlichkeit hat!

8.) Sich entschuldigen können - vergeben und verzeihen können

Es gibt keine Paarbeziehung ohne Enttäuschungen, Konflikte, Verletzungen und Kränkungen. Es ist wichtig zu erkennen, wann sich der Partner oder die Partnerin verletzt fühlt. In einem Fall nahm sich  ein leidenschaftlicher Fußballspieler bei der Geburt des Kindes zu wenig Zeit für seine Frau und spielte Fußball. Sie war sehr verletzt, weil er ihr in dieser bedeutsamen Situation zu wenig Nähe schenkte. Viele Jahre erkannte der Mann nicht, wie sehr er seine Frau verletzt hatte. Sie hätte sich eine Entschuldigung gewünscht. Noch nach 15 Jahren beeinträchtigte diese Erfahrung die Beziehung. - An mich als Berater wenden sich immer wieder tief verletzte Menschen, die sich von Ihrem Liebespartner eine Entschuldigung wünschen.

Vor allem dann, wenn es durch Fremdgehen und einen Seitensprung zur seelischen Verletzung des betrogenen Partners oder der Partnerin gekommen ist, muss die Kränkung erkannt werden. Seelische Verletzungen durch Fremdgehen dürfen von keinem Partner beschwichtigt werden. Leider werden die schädlichen Folgen häufig unterschätzt. Derjenige/diejenige, die /der durch Fremdgehen den anderen verletzt hat, erkennt häufig nicht klar genug, dass er/sie dem anderen schweres Leid zugefügt hat. Darum kommt es auch in vielen Fällen zu keiner Entschuldigung. Vielleicht kann der verletzte Partner den Schmerz längere Zeit ertragen oder sogar verdrängen. Am Ende aber ist die Beziehung zerrüttet und es kommt zwangsläufig zur Trennung. Fazit: Für eine dauerhafte, gelingende Beziehung ist das Einsehen von Fehlern und Sich - Entschuldigen-Können von großer Wichtigkeit.

Warum fällt es so vielen Menschen schwer, sich bei Fehlern zu entschuldigen? Viele haben es schon in ihrer Kindheit gelernt, sich zu verteidigen, sich zu rechtfertigen, Fehler zu vertuschen. Eltern und Lehrern ist es nicht gelungen, dem Kind und Jugendlichen eine versöhnliche Lebenseinstellung zu vermitteln. In unserer Hochglanzgesellschaft möchte niemand Schwächen und Fehler eingestehen. Es heißt, Stärke zu zeigen, "cool" zu sein, auch wenn man andere Menschen verletzt hat. Sich - Entschuldigen -Können ist kein gesellschaftlicher Wert. 

Besonders Menschen mit einem geringen Selbstwertgefühl haben Schwierigkeiten, sich für eigene Fehler zu entschuldigen. Denn sie verurteilen und kritisieren sich sowieso schon ständig durch innere Selbstgespräche. (mehr hierzu auf der Seite selbstsicher werden !) Sie würden sich als noch wertloser und noch weniger liebenswert erleben, wenn sie eigene Fehler zugeben müssten. Daher werden Fehler und Schwächen verdrängt und es fehlt die Bereitschaft, sich zu entschuldigen.

Dennoch: Wenn eine Beziehung nach schweren Kränkungen wieder heilen soll - was häufig nicht ohne therapeutische Hilfe durch professionelle Berater geht - muss es zu einer Entschuldigung kommen!

Eine Entschuldigung muss jedoch auch angenommen werden! Daher ist das Gegenstück zur Entschuldigung das Verzeihen und Vergeben. Das Vergeben kann genauso schwer sein, wie das Sich - Entschuldigen! Warum? Die Verletzung und Kränkung kann zu tief sein. Vielleicht gibt es schon aus der Kindheit oder aus einer vergangenen Liebesbeziehung eine Wunde, die nicht ausgeheilt ist. In diesen Fällen ist therapeutische Hilfe sehr wichtig. Schließlich muss bei dem Partner, der verletzt hat - zum Beispiel durch einen Seitensprung- , die Bereitschaft zur völligen Ehrlichkeit vorhanden sein. Es muss eine Gesprächsatmosphäre vorhanden sein, die ein ruhiges, ehrliches und versöhnliches Gespräch möglich macht. Ich habe einen Satz einer meiner therapeutischen Lehrer nie vergessen: Leid braucht Zeugen. Der Verletzte muss sich ausklagen können, auch vor einer dritten Person. Diese dritte Person kann ein therapeutischer Helfer sein. Nach diesem Ausklagen ist dann Vergebung möglich. In manchen Fällen kann es gut sein, dass sich das Paar nach einer ehrlichen Aussprache und einer Entschuldigung Zeit gibt. Denn die verletzten Gefühle brauchen sehr viel Zeit, manchmal Jahre, bis wirkliche Vergebung möglich ist.

Zur Vertiefung der Themen dieser Websites dient das aktuelle Taschenbuch

 "Von Sehnsüchten, Ängsten und Wegen zum Sinn".

© Dipl.-Pädagoge Jürgen Bendszus, Heilpraktiker für Psychotherapie



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