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Sexuelle Funktionsstörungen

Überall in unserem gesellschaftlichen Leben, in der Werbung, in den Filmen, in Web- und Datingportalen spielt Sexualität ohne Tabus eine große Rolle. Sind wir wirklich so frei? Denn: Wenn der Einzele Probleme mit seiner eigenen Sexualität spürt, wenn in der Paarbeziehung etwas nicht stimmt, gibt es Tabus. Erst wenn der Leidensdruck übergroß ist, suchen manche professionelle Hilfe und reden über ihr Problem. Dabei sind sexuelle Probleme weit verbreitet. In der Medizin, Psychologie und Psychotherapie unterscheiden wir zwischen 3 verschiedenen Typen sexueller Störungen:

-Sexuelle Funktionsstörungen

-Störungen der Geschlechtsidentität

-Störungen der sexuellen Vorlieben (Präferenz)

Auf dieser Seite gehen wir auf die sexuellen Funktionsstörungen ein.

Die Sexualforscher W. H. Masters und V. Johnson haben die sexuelle Erregung des Menschen in 4 verschiedene Phasen aufgeteilt und als sexuellen Reaktionszyklus beschrieben: 1. Erregungsphase, 2. Plateauphase, 3. Orgasmus, 4. Rückbildungsphase. In diesen Phasen kann es je spezifische sexuelle Probleme geben. Gegenwärtig orientieren sich Mediziner und Therapeuten  bei der Diagnose von sexuellen Problemen an dem internationalen Diagnosesystem ICD 10. (Anmerkung 1) In dieses Diagnosemodell fließen die Erkenntnisse von Masters und Johnson ein.

 

Die häufigsten sexuellen Funktionsstörungen nach ICD 10
(internationale Klassifikation psychischer Störungen)



1. Appetenz:
Phase der sex. Bereitschaft


sex. Störungen des Mannes


anhaltende deutliche
Minderung
des sex. Verlangens


sexuelle Aversion und Vermeidung
 sex. Störungen der Frau


anhaltende deutliche
Minderung
des sex. Verlangens

sexuelle Aversion und Vermeidung
2. Erregung





Erektionsstörungen:

Erektion im Hinblick auf Dauer und Stärke nicht ausreichend für befriedigenden Geschlechtsverkehr
Versagen genitaler Reaktion

Erregung im Hinblick auf Dauer und Stärke nicht ausreichend für befriedigenden Geschlechtsverkehr
3. Orgasmus






ausbleibende Ejakulation:trotz voller Erektion und intensiver Reizung kein Samenergus

vorzeitige Ejakulation

Ejakulation ohne Orgasmusgefühl und Lust
Orgasmusstörung:

verminderte Intensität des Orgasmus

Orgasmus selten oder nie
4. Entspannungsphase





nachorgastische Verstimmung:

z.B.:  Gereiztheit, innere Unruhe, Schlafstörungen, depressive Stimmung,  Missempfindungen im Genitalbereich
nachorgastische
Verstimmung






5.Schmerzstörungen






Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie)





Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie)

Vaginismus: Muskelspasmus und Verspannung beim Penetrationsversuch
Statistiken zur Prävalenz (Häufigkeit sexueller Störungen)

Den Bereich der Sexualität erleben die meisten Menschen als intim und privat. Daher ist es in empirischen Untersuchungen nicht leicht, Menschen zu ehrlichen Auskünften über ihre sexuellen Probleme zu bewegen. Je nachdem, welche Gruppen von Menschen man befragt - ob z. B. Studierende, junge oder ältere Menschen oder Patienten in medizinischen Behandlungen - wird man zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Auch das soziale Milieu und die kulturelle Herkunft spielen eine große Rolle.

Die Prävalenzzahlen zu Erektionsstörungen des frühen Kinsey-Reports zeigen eine starke Altersabhängigkeit. Danach hatten vor dem 30. Lebensjahr weniger als 1% der befragten Männer Erektionsprobleme. Bei den 45 bis 55jährigen hatten 6,7% und bei den 55 bis 65jährigen 25% der Befragten Erektionsstörungen.
Orgasmusstörungen: In US-amerikanischen Stichproben gaben 25% bis 40% der befragten Männer dieses Problem an. (2.)

Störungen in der Appetenzphase bei Frauen: Appetenzstörungen gehören zu der meist genannten sexuellen Problemen von weiblichen Befragten. Zum Beispiel beklagen in klinischen Stichproben mindesten 30% der weiblichen Patienten, die um sexualmedizinische Hilfe nachsuchen, ein geringes Verlangen nach Sex. (2.) - Im Hinblick auf Orgasmusstörungen hatte schon der Kinsey-Report(1953) ans Licht gebracht, dass 10 % der befragten Frauen noch niemals in ihrem Leben einen Orgasmus hatten.

 

Da diese hier beschriebenen sexuellen Schwierigkeiten körperliche wie auch seelische Ursachen haben können, kann es ratsam sein, eine ärzliche Beratung, Sexualberatung oder Psychotherapie in Anspruch zu nehmen, wenn man unter ihnen leidet.

Im Zeitalter von Viagra und anderen medizinischen Hilfsmitteln suchen viele nach schnellen Lösungen und Rezepten. Aber: Menschen mit sexuellen Problemen sollten auch bereit sein, sich auf einen Prozess der Persönlichkeitsentwicklung und Reifung einzulassen, wenn sie ihre sexuelle Erlebnisfähigkeit steigern wollen. Sonst könnte es Enttäuschungen und Frust geben. Am besten ist es, wenn beide Partner gemeinsam zu einer psychologischen Beratung und Weiterentwicklung ihrer Persönlichkeiten und Beziehung bereit sind. Auf die psychischen Hintergründe von sexuellen Problemen und Beispiele aus der Beratungspraxis gehe ich auf der Webseite zur Sexualpsychologie näher ein!

Anmerkungen und Literatur:

1. Internationale Klassifikation psychischer Störungen ICD 10

2. K. M. Beier, U. Hartmann, H. A. G. Bosinsli: Bedarfsanalyse zur sexualmedizinischen Versorgung. Im Internet unter:
www.sexualmedizin.charite.de/fileadmin/user_upload/microsites/m_cc01/sexualmedizin/pdf/klinik_info3.pdf

3. K. V. Ruether, A. Kottmel, J. Bitzer: Einführung in die Sexualmedizin. Teil 1: Männliche Sexualstörungen

4. Hans Reinecker (Hg.): Lehrbuch der Klinischen Psychologie

 

Dipl.-Päd. Jürgen Bendszus, Heilpraktiker für Psychotherapie 2016

  

 

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